Bier bei Histamin-Intoleranz? [Ratgeber & Liste]

„Bier her, Bier her, oder ich fall um …“ Die Liebe der Deutschen zum Bier zeigt sich nicht nur in dem bekannten Volks- und Trinklied. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt hierzulande bei rund 89 Litern Gerstensaft pro Jahr. Das ist eine ganze Menge. Auch der obligatorische Kater am nächsten Morgen kann die Meisten nicht vom Bierkonsum abhalten. Aber genau darin liegt die Krux für viele Betroffene mit Histamin-Intoleranz. Denn während sie bei nicht-alkoholischen Lebensmitteln nach dem Verzehr anhand der Symptome erkennen können, ob Histamin enthalten war, weiß man beim Bier nie genau, ob es am Histamingehalt oder lediglich am Alkohol lag. Daher wollten wir wissen, wie viel Histamin im Bier steckt und welche Biersorten am verträglichsten sind.

Mann mit Sombrero, Hawaii-Hemd und einem Becher Bier vor einem Hotelpool. Bier mit Histamin-Intoleranz - verträgt sich das? (histaminta.de)
Biergenuss gehört für viele Menschen zum Urlaub dazu. Aber geht das überhaupt mit Histamin-Inoleranz?

Zu „Hilfe bei Histamin-Intoleranz“ springen oder weiterlesen:

Was verursacht das Histamin im Bier?

Verantwortlich für den Kater UND auch die Histaminbildung ist in erster Linie der enthaltene Alkohol. Alkohol blockiert das Enzym Diaminoxidase (DAO), das für den Abbau von Histamin und anderen biogenen Aminen im Körper verantwortlich ist. Dazu wirkt Alkohol als Histaminliberator. Diese Nahrungsmittel sorgen dafür, dass in Zellen gespeichertes Histamin freigesetzt wird. Da biogene Amine und Histamin über den gleichen Stoffwechselweg abgebaut werden, kommt es zu einer Konkurrenzsituation, und der Körper kann Histamin nicht mehr in ausreichender Menge abbauen. Hinzu kommt bei Getränken: Der Körper kann das Histamin schneller aufnehmen, weil keine Aufspaltung wie in fester Nahrung notwendig ist.

Außerdem weitet Alkohol die Blutgefäße, belastet die Leber und macht die Darmwand durchlässiger, was wiederum die Aufnahme von Histamin im Darm verstärkt. Starke Kopf- und Magenschmerzen, Kreislauf-Probleme, Hitzegefühle, Schwindel oder Müdigkeit können die Folge sein. Kommen auch noch histaminreiche Speisen hinzu, wird der Körper regelrecht mit Histamin geflutet und die Symptome treten besonders heftig auf.

Welche Biersorten weniger Histamin enthalten, erfährst du hier.

Welchen Einfluss hat Hefe auf den Histamingehalt?

Hefe spielt nicht nur bei der Herstellung von Backwaren eine entscheidende Rolle. Auch beim Brauen von Bier sind spezielle Hefestämme im Einsatz. Hefe verstoffwechselt vor allem kurzkettige Zucker, entweder zu Kohlendioxid oder Alkohol. Entscheidend dabei ist, ob die Umgebung Sauerstoff enthält oder nicht.

Die meisten mit Hefe fermentierten Lebensmittel wie Bier, Wein oder Sekt enthalten Histamin und andere biogene Amine. Hefe an sich produziert zwar kein Histamin, aber Hefe ist sozusagen der „Motor“ der Fermentierung, bei der häufig auch Histamin und andere biogene Amine durch Verunreinigung oder Kontamination mit histaminbildenden Keimen (z.B. bestimmten Milchsäurebakterien) entstehen.

Hefe-Tanks in einer Bier-Brauerei. Hefe an sich produziert zwar kein Histamin, aber Hefe ist der "Motor" der Fermentierung, bei der häufig auch Histamin und andere biogene Amine entstehen (histaminta.de)
Hefe-Tanks in einer Bier-Brauerei. Hefe ist der „Motor“ der Fermentierung.

Welches Bier bei Histamin-Intoleranz?

Bei Bieren gibt es erhebliche Unterschiede. Der Histamingehalt hängt besonders vom Herstellungsverfahren ab. Hefestämme und Gärtemperatur entscheiden darüber, ob das Bier unter- oder obergärig ist. Untergärige Biere sind relativ histaminarm und dadurch verträglicher für Menschen mit einer Histamin-Intoleranz.

Das untergärige Bier wird bei kühlen Temperaturen gebraut. Die Hefe arbeitet besonders gut bei rund 4 bis 9 Grad Celsius, um Alkohol zu produzieren. Wie die Bezweichnung „untergärig“ vermuten lässt, sinkt die Hefe dann auf den Boden des Gärbehälters nach unten und bildet dort ein „Lager“.

Liste untergärige / histaminarme Biere:

  • Export / Exportbier
  • Pils / Bier nach Pilsner Brauart
  • Helles / helles Lager / helles Bier / Münchner Helles
  • Lagerbier / Lager
  • Märzen
  • Dunkles / Münchner Dunkles
  • Schwarzbier

Ein Beispiel für ein vergleichsweise histaminarmes, glutenfreies und verträgliches Bier ist Lammsbräu, glutenfrei (Bio). Hier findest du das Produkt auf Amazon:

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Obergäriges Bier hingegen wird bei Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad Celsius gebraut. Hier steigt die Hefe nach oben und wird abgeschöpft. Obergärige Biere sollte man bei einer Histamin-Intoleranz eher meiden. Als besonders problematisch gelten hefetrübe Varianten wie Weizenbier und naturtrübe Biere.

Liste obergärige Biere (schlechter verträglich mit Histamin-Intoleranz):

  • Altbier, Kölsch
  • Weizenbier / Hefeweizen
  • Dinkelbier
  • Stout, India Pale Ale
  • Kellerbier / Zwickel
  • Berliner Weiße
  • Malzbier

Enthält alkoholfreies Bier weniger Histamin?

Alkoholfreie Biere sind keine gute Alternative bei einer Histamin-Unverträglichkeit. Denn auch sie enthalten Histamin (vergleichbar in etwa mit untergärigen Bieren), der Alkohol wird erst nachträglich verdampft.

Ähnlich verhält es sich mit Malzbier, das zudem in der Regel noch geringe Mengen an Alkohol enthält und als obergäriges Bier ohnehin weniger gut verträglich ist.

Auch Biermischgetränke wie Radler (enthält Zitronensaft), Cola-Bier (Koffein) oder Berliner Weiße mit Schuss (enthält Fruchtsirup: Citronensäure, Aroma, küstliche Süßungs-, Farb- und Konservierungsstoffe) sind bei Histamin-Intoleranz keine Option.

9 wichtige Tipps für den Umgang mit Bier bei Histamin-Intoleranz

Auch wenn wir in puncto Histamingehalt kein Freibier geben können. Gerade bei einer Feierlichkeit oder zu besonderen Anlässen möchte man zumindest mal anstoßen. Hierbei gibt es für Menschen mit Histamin-Intoleranz ein Paar Dinge zu beachten:

  1. Alkohol wird in kleinen Mengen sehr viel besser vertragen.
  2. Wenn kein histaminarmes Bier zu Verfügung steht, kann man auch klare Spirituosen mit einem verträglichen Saft oder Wasser mischen.
  3. Zwischendurch viel Wasser trinken, da Wasser die Freisetzung von Histamin verlangsamt.
  4. Bier und andere alkoholischen Getränke nicht zu Mahlzeiten trinken, da sich sonst der Histamingehalt im Körper besonders schnell erhöht.
  5. Bier nicht auf nüchternen Magen zu sich nehmen, da so der Körper den Alkohol direkt verstoffwechseln kann und das Histamin im Körper schnell freigesetzt wird.
  6. Auf obergärige Biere wie Weizenbier und naturtrübe Biere verzichten, da diese im Vergleich mehr Histamin enthalten als untergärige Biere (u.a. Pils, Export oder Lagerbier).
  7. Alkoholfreies Bier ist keinesfalls histaminarm, und auch Biermischgetränke wie Radler, Cola-Bier oder Berliner Weisse mit Schuss sind aufgrund der zusätzlichen Inhaltsstoffe nicht gut verträglich mit Histamin-Intoleranz.
  8. Eine vorherige Einnahme von Tabletten wie DAOSin*, die Enzyme zum Abbau von Histamin enthalten, kann die Symptome verhindern oder minimieren.
  9. Antihistaminika können bei akuten Beschwerden die Symptome lindern.

Hilfe bei Histamin-Intoleranz

Am besten ist natürlich der komplette Verzicht auf histaminhaltige Lebensmittel, um die Symptome maximal abzuschwächen. Doch im Alltag ist es nicht immer möglich. Für solche Situationen gibt es Medikamente, die Histamin im Körper abbauen oder dessen Freisetzung verhindern.

Zur Linderung von Symptomen können Antihistaminika, die es als Nasensprays, Tabletten oder Augentropfen gibt, eingenommen werden.

Für den Abbau von Histamin ist das Enzym Diaminoxidase (DAO) zuständig. DAO wird im Darm gebildet. Bei einer Histamin-Intoleranz reicht die Menge an DAO nicht aus. Nahrungsergänzungsmittel wie DAOSiN* enthalten dieses Enzym und helfen beim Abbau von Histamin.
Warum DAO einnehmen bei einer Histamin-Intoleranz? Erfahre mehr…

Bei einer Histamin-Intoleranz besteht ein Ungleichgewicht im Körper. Um dieses Gleichgewicht wieder herzustellen, ist es hilfreich, Mineralstoffe und Vitamine einzunehmen, die bei der Diaminoxidase mitwirken.

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  • Mit dem Enzym DiAminOxidase: DAOSiN unterstützt den körpereigenen Abbau von Histamin mithilfe DiAminOxidase
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