Erdnüsse bei Histamin-Intoleranz? [mit Nuss-Ratgeber]

Erdnüsse sind ein beliebter Knabberspaß. Aber darf man Erdnüsse überhaupt essen mit Histamin-Intoleranz? Und welche Alternativen gibt es? Unser umfangreicher Nuss-Ratgeber bietet eine Orientierungshilfe.

Frau, die eine Schale mit Erdnüssen ablehnt, Nahaufnahme.  Erdnüsse mit Histamin-Intoleranz - verträgt sich das? (histaminta.de)
Bei einer Histamin-Intoleranz sollte man lieber keine Erdnüsse essen.

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Ist in Erdnüssen viel Histamin enthalten?

Histamin-Intoleranz bedeutet, dass der Körper Schwierigkeiten damit hat, Histamin abzubauen. Nüsse sind zwar in der Regel histaminarm, enthalten aber zum Teil andere biogene Amine. Diese werden – wie auch Histamin – vor allem über die Diaminoxidase (DAO) abgebaut, wodurch ein „Konkurrenzkampf“ um dieses histaminabbauende Enzym entsteht. Das ist besonders problematisch, wenn ohnehin schon zu wenig DAO produziert wird, wie das bei einer Histamin-Intoleranz der Fall ist. 

Außerdem gelten einige Nüsse als Histaminliberatoren und können eine Ausschüttung von körpereigenem Histamin aus den Mastzellen oder anderen histaminbildenden Zellen auslösen.

Viele Nusssorten sind daher mit Histamin-Intoleranz problematisch, darunter auch Erdnüsse. Sie enthalten das biogene Amin Spermin und gelten als einer der problematischsten Allergieauslöser, weil sie eine Vielzahl von Proteinen enthalten, die beim Menschen stark allergen wirken können. Besonders wenn Erdnüsse schimmelig oder schlecht gelagert sind, können sie heftige Symptome auslösen ‒ also Finger weg von verfärbten oder verschrumpelten Erdnüssen!

Auch auf Erdnusserzeugnisse, wie Erdnussbutter oder Erdnussöl, sollte man mit Histamin-Intoleranz möglichst verzichten. Besondere Vorsicht gilt u.a. bei Schokoriegeln, Torten und Kuchen, Speiseölen, Cornflakes, Müsli, Speiseeis, Fertiggerichten, Salzgebäck, Kartoffelchips oder frittierten Lebensmitteln.

Erdnüsse sind übrigens aus botanischer Sicht gar keine Nüsse. Sie zählen, wie etwa Bohnen oder Erbsen, zu den Hülsenfrüchten. Die krautige Erdnusspflanze, mit einer Größe von 30 bis 80 Zentimetern, wächst über der Erde, die Samen (Erdnüsse) hingegen reifen paarweise unterirdisch in ihren holzartigen Hülsen heran.

Die Erdnuss ist eine der am stärksten mit Mykotoxinen (Pilzgiften) belasteten Kulturen weltweit. Mykotoxine werden von Schimmelpilzen gebildet, die auf rohen Erdnüssen leicht wachsen können. Wenn man Erdnüsse nach der Ernte rasch verarbeitet, also röstet oder kocht, verhindert dies den Pilzbefall. Bereits gebildete Mykotoxine lassen sich so aber nicht zerstören. Hierzulande findet man im Handel nur geröstete Erdnüsse. Dies hat allerdings einen anderen Grund: Würde man nämlich große Mengen an rohen Erdnüssen verzehren, käme es durch die pflanzeneigenen Abwehrstoffe zu erheblichen Verdauungsbeschwerden.

Die besten Erdnuss-Alternativen bei Histamin-Intoleranz?

Auch wenn Erdnüsse problematisch sind ‒ es gibt schmackhafte Alternativen, die man z.B. unterwegs, bei einer Party oder auf der TV-Couch knabbern kann:

  • Die Macadamia-Nuss gilt als verträglich mit Histamin-Intoleranz, sollte aber wegen des hohen Fettgehalts (73 Prozent) mit Bedacht genossen werden.
  • Paranüsse sind gut als Selenquelle geeignet, aber 1-2 Nüsse pro Tag reichen dafür völlig aus.
  • Auch Pistazienkerne, die Steinfrüchte des mediterranen Pistazienbaums, sind (in kleineren Mengen) ein histaminarmer Snack. Am besten kauft man naturbelassene Pistazien, ungeröstet und ungesalzen.
  • Mit ihrem hohen Proteingehalt können auch die gesunden Kürbiskerne eine gute Proteinquelle im Rahmen einer veganen Ernährung mit Histamin-Intoleranz sein.

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Welche Nüsse gelten als unverträglich?

Wie bereits erwähnt, sind einige Nusssorten Histaminliberatoren und können Histamin im Körper freisetzen, oder sie enthalten andere biogene Amine, die den Abbau von Histamin hemmen. Vor allem Walnüsse und Erdnüsse können heftige Symptome auslösen.

Folgende Nüsse, Kerne und Samen gelten bei einer Histamin-Intoleranz als problematisch:

  • Walnüsse/Pekannüsse
  • Erdnüsse
  • Cashews
  • Haselnüsse
  • Erdmandeln (geröstet)
  • Sonnenblumenkerne
  • Pinienkerne
  • Sesam (kann vereinzelt Durchfall verursachen)
  • Mohnsamen (kleine Mengen oft verträglich)

Die Verträglichkeit der einzelnen Nüsse, Kerne und Samen fällt individuell unterschiedlich aus, manche Menschen zeigen trotz Histamin-Intoleranz nach dem Verzehr kleiner Mengen keine Symptome, andere wiederum bekommen schon von Spuren der Nüsse heftige Probleme.

Welche Nüsse eignen sich mit Histamin-Intoleranz?

6 histaminarme Nüsse, Kerne und Samen bei Histamin-Intoleranz, Grafik, Schaubild, Illustration (histaminta.de)
Macadamia, Paranüsse, Pistazien, Kokosnüsse, Kürbiskerne und Leinsamen sind gut geeignet für eine histaminarme Ernährung.

Es gibt zum Glück auch eine ganze Reihe an Nüssen, Kernen und Samen, die mit Histamin-Intoleranz verträglich sind und sich in der Regel gut in eine histaminarme Lebensweise integrieren lassen:

  • Macadamia
  • Paranüsse
  • Pistazien
  • Mandeln (teilweise verträglich, können Schlafprobleme auslösen)
  • Erdmandeln (ungeröstet)
  • Kokosnüsse
  • Esskastanien/Maronen (frisch oder tiefgekühlt)
  • Kürbiskerne
  • Leinsamen
  • Chiasamen
  • Flohsamen
  • Hanfsamen

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, pro Tag bis zu 25 Gramm Nüsse zu essen, das entspricht einer kleinen Hand voll. Gesund sind Nüsse vor allem ungesüßt und ungesalzen.

Kerne und Samen als Eiweißquellen bei Histamin-Intoleranz?

Viele proteinreiche Lebensmittel sind bei einer Histamin-Intoleranz unverträglich, z.B. die meisten Nüsse, wie auch Parmesan, Räucherlachs, Salami, Soja, Sonnenblumenkerne, Pilze oder Spinat. Denn wo viele Proteine sind, ist in der Regel auch Histamin vorhanden. Und wer sich mit Histamin-Intoleranz vegan ernährt, hat es noch schwieriger, genug Proteine aufzunehmen. Um den Proteinbedarf ausreichend zu decken, kann man ergänzend Proteinpulver aus Samen oder Kernen zu sich nehmen:

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Was macht Nüsse, Kerne und Samen so gesund?

Nüsse, Kerne und Samen sind reich an Kohlenhydraten, sekundären Pflanzenstoffen, Ballaststoffen, wertvollen (ungesättigten) Fettsäuren, Eiweißen (Proteinen) sowie Vitaminen und Mineralstoffen. Sie gelten als gesunde Energiequelle, Nervennahrung gegen Stress und stärken die körpereigene Abwehr. Klar, den hohen Fettgehalt sollte man im Auge behalten und nicht haufenweise Nüsse futtern. Eine kleine Handvoll pro Tag reicht dicke aus, um von den positiven Wirkungen zu profitieren. Und im Gegensatz zu den meisten Süßigkeiten machen Nüsse auch richtig satt.

5 Tipps zu Erdnüssen bei Histamin-Intoleranz

  1. Erdnüsse enthalten biogene Amine, die den Histamin-Abbau verlangsamen können und gelten zudem als einer der problematischsten Allergieauslöser. Daher sind Erdnüsse keine gute Wahl mit Histamin-Intoleranz.
  2. Besonders wenn Erdnüsse schimmelig oder schlecht gelagert sind, können sie heftige Beschwerden bereiten ‒ also Finger weg von verfärbten oder verschrumpelten Erdnüssen!
  3. Walnüsse sind bei einer Histamin-Intoleranz ebenfalls problematisch, auch Cashews, Haselnüsse, Sonnenblumenkerne, Pinienkerne und Sesam können Symptome auslösen.
  4. Als verträgliche Nüsse, Kerne und Samen gelten Erdmandeln (ungeröstet), Macadamia, Paranüsse und Pistazien sowie Kürbiskerne, Leinsamen, Chiasamen, Hanfsamen und Flohsamen.
  5. Wegen des hohen Fettanteils sollte man von den verträglicheren Nussorten nicht mehr als etwa eine kleine Handvoll pro Tag essen. Nüsse generell trocken, kühl und dunkel lagern und rasch aufbrauchen.

Hilfe bei Histamin-Intoleranz

Am besten ist natürlich der komplette Verzicht auf histaminhaltige Lebensmittel, um die Symptome maximal abzuschwächen. Doch im Alltag ist es nicht immer möglich. Für solche Situationen gibt es Medikamente, die Histamin im Körper abbauen oder dessen Freisetzung verhindern.

Zur Linderung von Symptomen können Antihistaminika, die es als Nasensprays, Tabletten oder Augentropfen gibt, eingenommen werden.

Für den Abbau von Histamin ist das Enzym Diaminoxidase (DAO) zuständig. DAO wird im Darm gebildet. Bei einer Histamin-Intoleranz reicht die Menge an DAO nicht aus. Nahrungsergänzungsmittel wie DAOSiN* enthalten dieses Enzym und helfen beim Abbau von Histamin.
Warum DAO einnehmen bei einer Histamin-Intoleranz? Erfahre mehr…

Bei einer Histamin-Intoleranz besteht ein Ungleichgewicht im Körper. Um dieses Gleichgewicht wieder herzustellen, ist es hilfreich, Mineralstoffe und Vitamine einzunehmen, die bei der Diaminoxidase mitwirken.

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