Eure Leserfragen zu Histamin-Intoleranz

Junge Frau vor einer Wand mit Fragezeichen und Glühbirnen - Leserfragen zu Histamin-Intoleranz (histaminta.de)

Getrocknete Lebensmittel & Gemüsebrühe mit Histamin-Intoleranz?
Wie verträglich ist Rhabarber bei Histamin-Intoleranz?
Natürliche Antihistaminika?
Kuchen backen – welche Zutaten sind erlaubt?
Welches Hustenmittel mit Histamin-Intoleranz?
Histamin und Mandeln?

Getrocknete Lebensmittel & Gemüsebrühe bei Histamin-Intoleranz?

Ich möchte einen Adventskalender für meine Schwiegertochter zusammenstellen mit Selbstgemachtem aus dem eigenen Garten. Kann ich das Gemüse trocknen und dann zu Brühe verarbeiten? Bestandteile: Möhre, Paprika, Sellerie, Petersilie, Petersilienwurzel, rote Zwiebel, Meersalz und ein wenig Knoblauch. Getrocknete Apfelringe musste ich ja leider schon ausschließen. Und als letzte Frage: gebrannte Macadamianüsse, mit Vanillezucker und Zimt – kann ich das so zubereiten?
(Sylvia R., per E-Mail)

Liebe Sylvia R.,

Erstmal vorweg: Eine selbstgemachte Gemüsebrühe ist besonders für Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten eine tolle Idee, weil die fertigen Brühen aus dem Supermarkt fast alle Zusatzstoffe (Glutamat, Hefeextrakt, Aromen, etc.) oder unverträgliche Zutaten (z.B. Tomatenpulver) enthalten.

Möhren, Paprika, Petersilie, Petersilienwurzel (auch Pastinake), Knollensellerie und Meersalz sind allesamt gut verträglich für Betroffene mit Histamin-Intoleranz. Auch im getrockneten Zustand. Knoblauch und Rote Zwiebeln sind auch noch ok, allerdings nur in kleinen Mengen!

Falls Sie öfters für Ihre Schwiegertochter kochen, dann wäre es vielleicht hilfreich, diese Brühe im Vorratsschrank zu haben (gibt es in vielen Bio-Märkten oder auch online: Erntesegen Gemüsebrühe (Bio)*

Eine Frage: Warum verträgt Ihr Schwiegertochter keine getrockneten Apfelringe? Das hat dann aber nichts mit einer Histamin-Intoleranz zu tun. Denn getrocknete Äpfel, oder auch getrocknete Aprikosen/Pfirsiche und dunkle Beeren, gelten als gut verträglich.

Wahrscheinlich kommt die Apfelunverträglichkeit nicht von einer Histamin-Intoleranz sondern von einer Fruktosemalabsorption. Betroffene mit Fruktosemalabsorption können Fruktose nicht richtig aufnehmen (betrifft viele Menschen). Und in Äpfeln steckt reichlich davon. In diesem Fall sollte man generell keine Trockenfrüchte essen, weil diese durch den verringerten Wasseranteil eine besonders hohe Energiedichte haben.

Gebrannte Macadamianüsse sind bei Histamin-Intoleranz in der Regel kein Problem, auch Zimt gilt als unproblematisch. Vanillezucker hingegen ist so eine Sache. In kleinen Mengen ist Vanillezucker oft noch verträglich, aber weil die Vanilleschoten nach der Ernte fermentiert werden, kann schon etwas mehr Histamin enthalten sein, auch Spuren von Sulfit sind möglich (häufig liegt auch eine Sulfitunverträglichkeit vor).

Unser Tipp: statt Vanillezucker einfach normalen Zucker, braunen Rohrzucker oder Honig verwenden.

-> Erfahre hier, welche Lebensmittel bei Histamin-Intoleranz geeignet sind
-> Trockenfrüchte mit Histamin-Intoleranz
-> Unsere Liste: E-Nummern & Lebensmittelzusatzstoffe bei HIT

Wie verträglich ist Rhabarber bei Histamin-Intoleranz?

Stück Rhabarberkuchen auf einem weißen Teller (histaminta.de)
Ich habe Rhabarber in meinem Garten und möchte gerne wissen, ob man bei einer Histamin-Intoleranz diesen im Kuchen oder als Kompott essen darf.
(A. W., per E-Mail)

Liebe Frau W.,

Rhabarber gilt als histaminarm, ist allerdings auf der Liste der Schweizerischen Interessengemeinschaft Histamin-Intoleranz (SIGHI) lediglich mit einer 1 gekennzeichnet, was so viel bedeutet wie „mäßig verträglich, geringfügige Symptome, gelegentlicher Konsum kleiner Mengen wird oft toleriert“.

Rhabarber ist also nicht gänzlich unproblematisch, wird aber häufig auch mit Histamin-Intoleranz gar nicht so schlecht vertragen – solange man keine Berge davon verzehrt. Mit kleinen Mengen kann man die eigene Toleranzgrenze vorsichtig austesten.

Rhabarber enthält übrigens viel Oxalsäure (das ist vielleicht auch ein Grund dafür, dass Rhabarber mit „1=mäßig verträglich“ und nicht mit „0=gut verträglich“ gelistet wird). Im Krankheitsfall, z.B. bei Nierensteinen, Nierenerkrankungen, entzündlichen Darmerkrankungen oder häufigen Durchfällen sollte man den Oxalatgehalt von Lebensmitteln im Auge behalten. Durch folgende Tricks kann man den Oxalatgehalt von Rhabarber reduzieren:

  1. Rhabarber-Stangen großzügig schälen (sehr viel Oxalsäure steckt in der Schale)
  2. Alle grünen Blattteile entfernen (da in diesen ebenfalls besonders viel Oxalsäure steckt)
  3. Rhabarber mit viel Wasser kochen und das Kochwasser anschließend weggießen
  4. Ein Glas Milch dazu trinken (mit Calcium kann man die Wirkung von Oxalsäure deutlich reduzieren)

Allerdings bleibt Rhabarber auch bei Einhaltung dieser Tipps immer noch ein oxalsäurereiches Lebensmittel. Für gesunde Menschen stellt jedoch der gelegentliche Verzehr oxalsäure­reicher Lebensmittel kein Problem dar.

VG vom Histaminta-Team!

Natürliche Antihistaminika

Ich habe mehrere Allergien und will nicht ständig Antihistaminika nehmen. Welche natürlichen Alternativen kommen bei HIT infrage?
(Frank S., per E-Mail)

Hallo Frank,

das ist eine gute Frage, zumal einige Antihistaminika Zusatzstoffe enthalten, die bei einer Histamin-Intoleranz ungeeignet sind. Außerdem hat Histamin viele Aufgaben in unserem Körper, die durch die Einnahme von Antihistaminika blockiert werden. Das ist nicht immer sinnvoll.

Daher ist es wichtig, den Körper im Umgang mit Histamin zu unterstützen. Es gibt Stoffe, die deine Mastzellen stabilisieren, wodurch sie weniger Histamin freisetzen. Andere unterstützen den Körper beim Histamin-Abbau:

  • Stilles Wasser (Histamin ist wasserlöslich)
  • Vitamin C (beschleunigt Histamin-Abbau, stabilisiert Mastzellen, baut Histamin durch Oxidation ab)
  • Quercetin (stabilisiert Mastzellen, unterstützt Vitamin-C-Aufnahme, wirkt entzündungshemmend)
  • Vitamin B6 (wichtig für Histamin-Abbau, Co-Faktor für Diaminooxidase = entscheidendes Histamin-Abbauenzym)
  • Zink und Calcium (Calcium vermindert Durchlässigkeit der Gefäßwände, die vor allem durch Histamin vermittelt wird und mindert so Juckreiz, Rötung und Quaddelbildung).

Dennoch solltest du jetzt auf keinen Fall die Antihistaminika aus deinem Medizinschrank verbannen. Sie sind nicht generell schlecht und können in Notsituationen gut helfen. Bitte bespreche das aber vorher mit deinem Arzt und schaue auf die Inhaltsstoffe.

-> Erfahre hier, welche Antihistaminika bei Histamin-Intoleranz geeignet sind
-> Hilfreiche Vitamine und Mineralstoffe bei einer Histamin-Unverträglichkeit

Kuchen backen – welche Zutaten sind erlaubt?

Ich möchte zu einem Geburtstag einen Kuchen backen. Welche Zutaten sind erlaubt: normales Backpulver, Weizenmehl, Eier, Zucker? Hefe ist, glaube ich, nicht so gut.
(anonym, per E-Mail)

Anstelle von normalem Backpulver am besten Weinsteinbackpulver verwenden (enthält kein Phosphat als Säuerungsmittel). Weinsteinbackpulver gibt es z.B. bei dm/Rossmann und in jedem gut sortierten Supermarkt (und kostet auch nicht viel).

Weizenmehl wird manchmal etwas schlechter vertragen als Dinkelmehl. Sie können ja mal Dinkelmehl ausprobieren! Schmeckt genauso gut und ist inzwischen auch überall erhältlich (sogar bei Aldi und Co.). Wenn Sie aber bisher keine Probleme mit Weizenmehl hatten, spricht nichts dagegen, es auch weiterhin zu verwenden.

Zucker ist kein Problem, generell sollte man natürlich nicht zuviel davon konsumieren, aber das ist ja klar. Und Geburtstag ohne Kuchen geht selbstverständlich gar nicht.

Eier (in Maßen) sind auch in Ordnung (nur rohes Eiklar kann Symptome auslösen, aber der Kuchen wird ja gebacken, also ist das kein Problem).

Hefe hingegen ist so eine Sache… Lange Zeit ging man davon aus, dass Hefe schlecht verträglich ist. Aber dies gilt aufgrund von neuesten Untersuchungen als widerlegt. Dennoch klagen einige hin und wieder über Symptome nach dem Verzehr von Brot- und Backwaren, die mit Hefe hergestellt worden sind. Das liegt vermutlich am Herstellungsprozess. Auch wenn die verwendete Hefe selbst nicht histaminhaltig ist – während sie aktiv ist und einen Teig aufgehen lässt, kann sie Histamin produzieren. Dadurch enthalten Brot- und Backwaren, bei denen der Teig sehr luftig ist, häufig sehr viel mehr Histamin als z.B. feste Brotsorten.

Tipp: Wenn man Weinsteinbackpulver verwendet, kann man in der Regel auf die Hefe verzichten.

Ich denke, damit steht dem Kuchen nichts mehr im Wege, viel Spaß beim Backen!

-> Unsere Tipps fürs histaminarme Backen
-> Erfahre hier, welche Lebensmittel bei Histamin-Intoleranz geeignet sind

Welches Hustenmittel mit Histamin-Intoleranz?

Junge Frau trinkt Hustensaft (histaminta.de)
Enthalten schleimlösende Hustentropfen (z.B. Bronchipret) Histamin? 
(Ursula A., per E-Mail)

Hallo Ursula,

im Beipackzettel der Bronchipret-Tropfen sind Thymian- und Efeuextrakt als Wirkstoffe angegeben, die bei Histamin-Intoleranz normalerweise kein Problem sind. Außerdem enthalten die Tropfen Alkohol, der in Medikamenten als Lösungsmittel oder Konservierungsstoff fungiert. Alkohol kann bei einer Intoleranz zu starken Symptomen führen, ist aber in kleineren Mengen (wie bei der Dosierung von Hustentropfen üblich) oft verträglich. Allerdings: Jeder Mensch reagiert anders, daher sollte man die Tropfen zunächst in kleiner Dosierung vorsichtig austesten.

Eine in der Regel verträglichere Alternative sind Hausmittel, die sowohl gegen Husten als auch bei Histamin-Intoleranz helfen können wie z.B. Melissen- oder Schafgarbentee.

Als grundsätzlich problematisch gelten Husten-/Schleimlöser mit dem Wirkstoff Acetylcystein, welcher die Freisetzung der für den Histaminabbau so wichtigen Diaminoxidase (DAO) behindern kann. Hier findest du bekannte Medikamente, die den Wirkstoff Acetylcystein enthalten (Apotheken-Umschau).

Beste Grüße und gute Besserung vom Histaminta-Team!

-> Unsere Liste: Die problematischsten Medikamente bei HIT

Histamin und Mandeln?

Mandeln habe ich bisher in keiner Liste gefunden  sind diese verträglich? 
(Peter H., per E-Mail)

Hallo Peter,

grundsätzlich sind Nüsse ja eher problematisch bei Histamin-Intoleranz, aber das weißt du bestimmt schon.

Vor allem Walnüsse und Erdnüsse sollte man auf jeden Fall meiden. Aber auch Cashews und Haselnüsse sind nicht zu empfehlen. Mandeln in größeren Mengen auch nicht (können z.B. Schlafprobleme verursachen). Aber kleinere Mengen sind oft noch gut verträglich.

Von den Nüssen sind Paranüsse (1-2 pro Tag als Selenquelle), Pistazien und Macadamia (beide jeweils in Maßen aufgrund des hohen Fettgehalts) und ungeröstete Erdmandeln (gemahlen, z.B. zum Backen) am besten verträglich.

-> Unsere Tipps fürs histaminarme Backen
-> Erfahre hier, welche Lebensmittel bei Histamin-Intoleranz geeignet sind


Habt Ihr Fragen an uns? Dann schickt uns eine kurze Nachricht über das Kontaktformular unten und wir beschäftigen uns damit und veröffentlichen die Antwort auf dieser Seite.

Schreib uns