Medikamente bei Histamin-Intoleranz? [Liste & Ratgeber]

Fast jeder hat schon einmal zu Schmerzmitteln wie Ibuprofen®, Paracetamol® oder Aspirin® gegriffen. Etwa 25 Prozent der Deutschen nehmen sogar regelmäßig und dauerhaft drei oder mehr Medikamente ein, wie Befragungen zeigen. Was die meisten aber gar nicht wissen: Für Betroffene mit Histamin-Intoleranz sind viele der enthaltenen Wirkstoffe unverträglich, so z.B. das als Hustenlöser eingesetzte Acetylcystein oder die Wirkstoffe beliebter Schmerzmittel und oft verschriebener Antibiotika und Antidepressiva. Unsere Listen unterstützen dich dabei, herauszufinden, welche Medikamente bei einer Allergie oder Histamin-Intoleranz problematisch sind. Außerdem erfährst du, welche Arzneimittel und Nahrungsergänzungen dabei helfen können, das Histamin abzubauen.

Medizinische Tabletten, Spritzen oder Ampullen - wie verträglich sind Medikamente bei Histamin-Intoleranz? (histaminta.de)
Wie verträglich sind Medikamente bei Histamin-Intoleranz?

Welche Arzneimittel enthalten Histamin?

Nicht alle Arzneimittel sind für alle Patienten gleich verträglich. Bei Allergikern und Betroffenen mit einer Histamin-Intoleranz ist besondere Vorsicht geboten. Und zwar zum einen bei der Auswahl des richtigen Wirkstoffes und zum anderen bei den enthaltenen Hilfs- bzw. Zusatzstoffen.

Wir unterscheiden hierbei drei problematische Gruppen an Wirkstoffen, die bei Allergikern und Menschen mit einer Histamin-Unverträglichkeit ggf. nicht wie erwartet wirken und die bereits bestehenden Symptome sogar noch erheblich verstärken können.

Wirkstoffe, die:

  1. über einen Raub an Mikronährstoffen den Histamin-Abbau behindern
  2. wichtige Histamin-Abbau-Enzyme direkt blockieren, sogenannte DAO– und HNMT-Blocker
  3. als Histaminliberatoren wirken, also die Mastzellen anregen, Histamin freizusetzen

Medikamente, die diese Wirkstoffe enthalten, sind sowohl bei einer Histamin-Intoleranz als auch bei Allergien (z.B. einer aktiven Pollenallergie) nicht zu empfehlen, bzw. nur in Absprache mit einem Arzt.

Wie bei unseren Lebensmittel-Tabellen gilt: Die Listen können nur eine Orientierung sein. Nicht alle darin aufgeführten Stoffe sind in jedem Fall unverträglich, sondern könnten dennoch einen Versuch wert sein, wenn das Ausweichen auf eine bessere Alternative nicht möglich ist. Die Listen haben auch keinen Anspruch auf Vollstän­digkeit, da sie von uns nicht fortlaufend auf Richtigkeit überprüft werden können.

1. Medikamente als Vitamin- & Mineralstoffräuber bei Histamin-Intoleranz

Eine Reihe gängiger Arzneimittel sind regelrechte Vitamin- und Mineralstoffräuber, z.B. die Anti-Baby-Pille. Sowohl die Aufnahme als auch die Verwertung von Vitaminen und Mineralstoffen wird durch diese Medikamente teilweise massiv gestört. Der Grund: Die chemischen Substanzen konkurrieren um dieselben Enzyme und Transportsysteme bei den unterschiedlichen Stoffwechselprozessen. Im Rahmen einer kurzzeitigen Einnahme ist das in der Regel zu verkraften. Aber spätestens bei der Dauereinnahme kann es zu einem medikamentenbedingten Mangel an Mikronährstoffen kommen, der sich auch negativ auf den Histaminstoffwechsel auswirkt.

In der folgenden Tabelle sind einige gängige Arzneimittel und Arzneimittelgruppen aufgeführt, die Vitamine und Mineralstoffe hemmen können, die beim Histamin-Abbau wichtig sind:

MedikamentMangel
ACE-Hemmer (Bluthochdruck)Zink
AntiepileptikaVitamin D3, Vitamin B6 + B12, Magnesium
ASS (Aspirin), AnalgetikaVitamin C, Vitamin B12
CholesterinsenkerVitamin B6 + B12, Zink
Cortison (Allergien, MCAS, Entzündungen)Vitamin C, Zink, Vitamin D3
Dihydralazin (Bluthochdruck)Vitamin B6
Diuretika (entwässernde Medikamente)Magnesium, Zink
Hormonelle Verhütungsmittel („Anti-Baby-Pille“)B-Vitamine (B2, B6, B12), Vitamin C, Magnesium, Zink
Protonenpumpenhemmer (Magensäureblocker, PPI)Vitamin B12, Magnesium
Säureblocker und Metformin (Diabetes Typ 2)Vitamin B12
Theophyllin (Asthmamittel)Vitamin B6

Essentielle Vitamine und Mineralstoffe, wie Vitamin B6, Vitamin C, Magnesium und Zink, sind wichtige Baustoffe, die der Körper gerade bei einer Histamin-Intoleranz dringend braucht, um vermehrt das Enzym Diaminoxidase (DAO) zu bilden und somit wieder ausreichend Histamin abzubauen.

Grundsätzlich sollten alle Menschen, die über einen längeren Zeitraum auf Medikamente angewiesen sind, regelmäßig beim Arzt einen Mikronährstoffstatus erstellen lassen. So wird man rechtzeitig auf einen Mangel aufmerksam und kann – falls nötig – mit einem hochwertigen Nahrungsergänzungsmittel entgegenwirken.

Auf welche Vitamine und Mineralstoffe es bei einer Histamin-Intoleranz besonders ankommt und welche Nahrungsergänzungsmittel wir empfehlen, erfährst du hier>

2. Medikamente als DAO- und HNMT-Blocker

Neben Medikamenten, die über einen Raub an Mikronährstoffen den Histamin-Abbau behindern, gibt es auch Medikamente, deren Wirkstoffe die wichtigen Histamin-Abbau-Enzyme – Diaminoxidase (DAO) und Histamin-N-Methyltransferase (HNMT) – hemmen, sogenannte DAO– und HNMT-Blocker.

DAO- und HNMT-Blocker sind besonders tückisch und nur schwer als Medika­menten­unverträg­lichkeit zu erkennen. Denn die allergieähnlichen Symptome treten nicht direkt nach der Einnahme des Medika­ments auf, sondern erst später, wenn dem Körper Histamin zugeführt wird, z.B. beim Essen. Auch kann es bei Allergikern und Betroffenen mit Histamin-Intoleranz vorkommen, dass die Medikamente nicht wie erwartet wirken oder die Symptome, gegen die sie eingesetzt werden, sogar noch verstärkt werden.

Folgende Tabelle gibt einen schnellen Überblick über die uns bekannten DAO- und HNMT-Blocker:

Wirkstoff / Produktbeispiele ®Einsatzgebiet
Acemetacin / RantudilAntirheumatikum
Acetylcystein / Fluimucil, ACC, NAC, AcemucSchleim- / Hustenlöser
Alcuronium / AlloferinMuskelrelaquans
Alprenolol / AptinBetablocker
Ambroxol / MucosolvanSchleimlöser
Amilorid / Amilocomp, Amiloretik, DiursanDiuretikum
AminophyllinBronchodilatator
Amitriptylin* / Saroten, AmineurinAntidepressivum
Cefotiam / Halospor, SpizefAntibiotikum
Chloroquin / ResochinAntirheumatikum, Malaria
CimetidinH2-Antihistaminikum
Clavulansäure / Augmentan, Amoclav, Amoxi-ClavulanAntibiotikum
Cyclophosphamid / Endoxan, CytoxanZytostatikum
D-CycloserinAntibiotikum, Tuberkulose
Diazepam (früher Valium)Schlaf- und Beruhigungsmittel
Dihydralazin / Nepresol, DepressanAntihypertonikum (zur Bluthochdrucktherapie)
Diphenhydramin / Vivinox, Dorm, EmesanSchlafmittel, H1-Antihistaminikum
Dobutamin / Inotop, DobutrexAntihypotonikum
Framycetin / Leukase NAntibiotikum
Furosemid / LasixSchleifendiuretikum (harntreibendes Mittel)
Haloperidol / HaldolNeuroleptikum
Isoniazid / Isozid, Rimifon, RifaterTuberkulosemittel
Metamizol / Novalgin, Berlosin, NovaminsulfonSchmerzmittel
Metoclopramid / Paspertin, MCPMagen-Darm-Mittel
Pancuronium (Pavulon in A/CH)Muskelrelaquans
Pentamidin / PentacarinatAntibiotikum
Prilocain / Anesderm, Emla Creme & PflasterLokalanästhetikum
Promethazin / Atosil, ProneurinSedativum, Antihistaminikum
Propafenon / RytmonormAntiarrhythmikum (bei Herzrhythmusstörungen)
PropanididNarkosemittel
TacrineAlzheimer-Medikament
Theophyllin / Bronchretard, EuphyllinAsthmamittel
Verapamil / Isoptin, Flamon, VerahexalHerz-Kreislauf-Mittel
Quellen: Sattler et al. (1985). Beutling (1996). Jarisch (2004). Fritsche (2009). Kyra & Sascha Kauffmann: Der Histamin-Irrtum (2021). Schweizerische Interessen­ge­mein­schaft Hist­amin-In­to­le­ranz (Liste abgerufen am 05.09.2023).

*Neben dem in der Tabelle aufgeführten Amitriptylin gelten auch alle anderen sogenannten trizyklischen Antidepressiva (TZA) als unverträglich bei einer Histamin-Intoleranz. Zu dieser Klasse von Wirkstoffen, die zur Behandlung von Depressionen eingesetzt werden, zählen laut Gelbe Liste:

  • Amitriptylin
  • Clomipramin
  • Desipramin
  • Doxepin
  • Imipramin
  • Nortriptylin
  • Opipramol
  • Trimipramin

Ebenfalls Vorsicht geboten, ist bei sele­kti­ven Sero­tonin-Wie­der­auf­nah­me­hem­mern (SSRI), die bei schweren depressiven Verstimmungen zum Einsatz kommen. Zu den wichtigsten Wirkstoffen der SSRI zählen:

  • Citalopram
  • Fluvomaxin
  • Fluoxetin
  • Paroxetin
  • Sertralin
  • Trazodaon

3. Medikamente als Histaminliberatoren

Eine ganze Reihe an Medikamentenwirkstoffen sind Histaminliberatoren und setzen als unerwünschte Neben­wirkung körper­eigenes Histamin frei. Meist äußern sich diese Unverträg­lichkeiten durch Hautaus­schläge, aber auch durch weitere typische Allergiesymptome.

Teilweise kommt es zu Verwechslungen, weil viele Ärzte beim Auftreten solcher Unverträg­lichkeits­reaktionen nach der Medikamenteneinnahme als erstes an eine Soforttypallergie (Typ-I-Allergie) denken. Wenn aber in solchen Fällen weder im Blut- noch im Hauttest IgE-Antikörper gegen das Medikament nachgewiesen werden können, sollte immer auch die histamin­liberierende Wirkung des Wirkstoffs als Ursache in Betracht gezogen werden. Denn nicht wenige Allergiker leiden gleichzeitig an einer Histamin-Intoleranz und umgekehrt.

In der folgenden Liste sind alle uns bekannten Medikamentenwirkstoffe aufgeführt, die als Histaminliberatoren gelten:

WirkstoffEinsatzgebiet
ASS, Acetylsalicylsäure, Aspirin, ASSSchmerz- / Entzündungshemmer
ß-Adrenozeptoren-BlockerBetablocker, z.B. bei chronischer Herzinsuffizienz oder koronarer Herzkrankheit
Amphetaminzur Behandlung von ADHS und Narkolepsie
Ampho­teri­cin BAntibiotikum
AtracuriumMuskelrelaxans
Atropinz.B. im Bereich der Augenheilkunde eingesetzt
BarbiturateSchlaf- und Narkosemittel
Bupropion (NDRI)Antidepressivum, Anorektikum
Carbamazepin Antikonvulsivum
CefuroximAntibiotikum
Chlortetra­zyklineAntibiotikum
CiprofloxacinAntibiotikum
CodeinOpiat, Anal­ges­ikum, Hu­sten­mit­tel
Decamethoni­umMuskelrelaxans
DextraneBlutplasma-Ersatz, antithrombotisch
Diclofenac (Voltaren)Schmerzmittel, nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR)
FlurbiprofenSchmerzmittel, nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR)
Gadolinium-ChelateRöntgen­kon­trast­mit­tel
GallamineMuskelrelaxans
GelatinePlasma­ersatz­mit­tel
Glyceroltri­nitrat, Glyceryl­trinitrat, Nitroglycerin, Propan­triol­trinitrat Vasodilatator
HydralazinVasodilatator
HydroxyethylstärkePlasma­ersatz­mit­tel
IndometacinSchmerzmittel, unselektives nichtsteroidales Antiphlogistikum/Antirheumatikum (NSAID/NSAR)
KetoprofenSchmerzmittel, nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR)
LevofloxacinAntibiotikum
Meclofenamin­säureSchmerzmittel, nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR)
MethohexitalInjektions-Narko­ti­kum
MivacuriumMuskelrelaxans
MorphinSchmerzmittel, Opiat
NaproxenSchmerzmittel
NefopamSchmerzmittel
Nitroglycerin, Glycerol­trinitrat, Glyceryl­trinitrat, Propan­triol­trinitratVasodilatator
NoscapinSchmerzmittel
NSAP, NSAR, NSAIDnicht­stero­idale Anti­rheu­ma­tika, Verträglichkeit individuell!
Opiate, Opioide (Morphium)Schmerzmittel
PapaverinSpasmolytikum
Pethidin, MeperidineSchmerzmittel, Opiat
PhenobarbitalInjektions-Narko­ti­kum
PilocarpinMiotikum in der Augenheilkunde
Polymyxin BAntibiotikum
Polyvinyl­pyrroli­don (E1201), Povidone, PVP, PeristonBlutplasma-Ersatz, antithrombotisch, Hilfsstoff in Tabl. und Kapseln
ProcainLokalanäs­the­tikum
ProtaminHeparin-Antagonisierung
PyrazoloneSchmerzmittel
Quininu.a. zur Fiebersenkung, bei Muskelkrämpfen und Malaria
ReserpineAntisympathotonikum
RifampicinAntibiotikum
RifaximinAntibiotikum
Röntgen­kon­trast­mit­tel (alle)
ScopolaminAnticholinergikum
Suxa­metho­niumMuskel­relaxantien
TeicoplaninAntibiotikum
TetracainLokalanäs­the­tikum
ThiopentalSedativum
Tolazolinα2-Adrenozeptor-Antagonist, Sympatholytikum
TopiramatMigräne­mit­tel, Anti­epi­lepti­kum
Tubocurarine, D-TubocurarinMuskel­relaxantien
Tyramin
VancomycinAntibiotikum
Quelle: Schweizerische Interessen­ge­mein­schaft Hist­amin-In­to­le­ranz (Liste abgerufen am 05.09.2023).

Wichtig: Die Listen können nur eine Orientierung sein. Nicht alle darin aufgeführten Stoffe sind in jedem Fall unverträglich, sondern könnten dennoch einen Versuch wert sein, wenn das Ausweichen auf eine bessere Alternative nicht möglich ist. Die Listen haben auch keinen Anspruch auf Vollstän­digkeit, da sie von uns nicht fortlaufend auf Richtigkeit überprüft werden können.

Zusatzstoffe der Medikamente bei Histamin-Intoleranz

Nicht nur die einzelnen Wirkstoffe der Medikamente können bei Allergien oder einer Histamin-Intoleranz Symptome auslösen, sondern auch die enthaltenen Hilfs- und Zusatzstoffe, die z.B. die Freisetzung der Wirkstoffe fördern oder für das Aussehen, den Geschmack oder die Haltbarkeit von Bedeutung sind. Einige häufig verwendete Hilfsstoffe in Medikamenten sind:

  • Alginsäure (Bindemittel in Tabletten)
  • Benzoesäure (konserviert Flüssigkeiten)
  • Citronensäure (reguliert den pH-Wert in Flüssigkeiten)
  • Gelatine (als Kapselhülle und Bindemittel eingesetzt); für manche Menschen mit HIT aber verträglich
  • Kaliumsorbat (konserviert Flüssigkeiten)
  • Parabene (konservieren Flüssigkeiten)

Unsere ausführliche Liste zu Zusatzstoffen und E-Nummern bei Histamin-Intoleranz findest du hier>

Welches Schmerzmittel kann ich mit einer Histamin-Intoleranz nehmen?

Da einige bekannte Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (ASS, u.a. Aspirin®) oder Diclofenac (u.a. Voltaren®) mit Histamin-Intoleranz unverträglich sein können, stellt sich natürlich die Frage nach den Alternativen. Von den freiverkäuflichen Wirkstoffen gelten vor allem Ibuprofen und Paracetamol als verträglich, sowie Tilidin bei den stärkeren, verschreibungspflichtigen Wirkstoffen.

Tipp: Vorher kritisch hinterfragen, ob es nicht auch möglich ist, die Schmerzen ohne Medikamente in den Griff zu bekommen. Viele Menschen greifen gewohnheitsmäßig zur Tablette, um im Alltag zu funktionieren. Die Folgen sind Nebenwirkungen, die bei längerer Einnahme entstehen und die Lebensqualität mindern. Oft wird versucht, die Nebenwirkungen mit weiteren Schmerzmitteln zu bekämpfen. Dies hilft jedoch nur kurzfristig, ohne die eigentliche Ursache zu beheben – ein Teufelskreis, in dem vor allem ältere Menschen gefangen sind. Sie nehmen wahre Pillen-Cocktails mit bis zu zehn verschiedenen Arzneimitteln pro Tag ein, bis der Körper damit irgendwann nicht mehr klarkommt. Anstelle von Schmerzmitteln kann aber oft schon eine Kombination aus angemessener Bewegung, auseichendem Schlaf sowie einer gesunden und histaminarmen Ernährung (keine Fertigprodukte, hoher Gemüse- und Obstanteil) die Beschwerden lindern.

Welche Medikamente senken den Histaminspiegel?

Es gibt zum Glück nicht nur Medikamente, die eine Histamin-Intoleranz verschlimmern, sondern auch welche, die sie verbessern können. Dies ist z.B. hilfreich in Situationen, in denen man unverträgliche Nahrungs­mittel nicht meiden oder deren Histamin­gehalt nur schwer ein­schätzen kann. Mittel- und langfristig können diese Medikamente jedoch kein Ersatz für eine histaminarme Ernährung sein. Am effektivsten ist der Verzicht auf histaminhaltige Lebensmittel, um die Symptome maximal abzuschwächen.

Zur kurzfristigen Linderung der Symptome einer Histamin-Intoleranz stehen vor allem drei Wirkstoff­kategorien zur Verfügung:

  1. Antihistaminika, die das Andocken an die Histaminrezeptoren verhindern, also kurzzeitig die Wirkung des Histamins blockieren und dadurch die Symptome verringern.
    Mehr zum Thema Antihistaminika bei Histamin-Intoleranz findest du hier>
  2. Mastzellstabilisatoren (wie Cromoglicinsäure/Natriumcromoglicat und Nedocromil­natrium), welche die Zellmembran von Mastzellen stabilisieren, was die Gefahr der Degranulation (Ausschüttung) der Mastzellen verringert und damit auch die Freisetzung von Histamin und Entzündungsbotenstoffen.
  3. Abbauförderer, wie das Enzym Diaminoxidase (DAO) und Vitamin C, und darüber hinaus eine Reihe von Vitaminen und Mineralstoffen, die als Kofaktoren für den Histamin-Abbau unverzichtbar sind (u.a. Vitamin B6, Zink, Kupfer, Magnesium und Mangan).

Wenn krank­heits­bedingt nicht genug körpereigene DAO-Abbau­kapazität vorhanden ist, kann man DAO als Nahrungs­ergänzungs­mittel zuführen. Wir haben gute Erfahrungen mit folgendem Produkt gemacht:

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DAOSiN Tabl. mit DAO-Enzym, hochwirksam (120 Stk)
  • Mit dem Enzym DiAminOxidase: DAOSiN unterstützt den körpereigenen Abbau von Histamin mithilfe DiAminOxidase
  • Das magensaftresistente Nahrungsergänzungsmittel erhöht den DAO-Enzym-Gehalt im Dünndarm und hilft dem Körper dabei, Histamin abzubauen

Auf welche Vitamine und Mineralstoffe es bei einer Histamin-Intoleranz ankommt und welche Nahrungsergänzungsmittel wir empfehlen, erfährst du hier>

Wichtig: Welche Kombination von Wirkstoffen im Einzelfall die richtige ist, hängt u.a. von der Art der Störung im Histamin­stoffwechsel ab. So sollte man bei Mastzell­aktivierungs­erkrankungen die Schwerpunkte der Medikation anders setzen als bei einer Histamin-Abbau­störung. Also am besten vor der Einnahme Rücksprache mit einem Arzt halten!

Welches Antihistaminikum ist am besten bei Histamin-Intoleranz?

Um die Wirkung von Antihistaminika verstehen zu können, ist es wichtig zu wissen, wie Histamin im Körper funktioniert. Die Zellen im Körper verfügen über Rezeptoren, die nach einem Schlüssel-Schloss-Prinzip aufgebaut sind. Das bedeutet, dass zu jedem Rezeptor ein Hormon passt. In diesem Fall dockt Histamin (Schlüssel) an einen Rezeptor (Schloss) an und sendet ein Signal an die Zelle aus. Dieses Signal aktiviert einen Stoffwechselvorgang in der Zelle und löst die für Histamin-Intoleranz typischen Symptome aus. Wenn dieser Rezeptor allerdings schon besetzt ist, kann Histamin nicht andocken und es werden keine Symptome ausgelöst. Hier kommen die Antihistaminika ins Spiel.

Antihistaminika sind Rezeptorblocker, die sich an die Histamin-Rezeptoren binden. Dadurch ist der Zugang zur Zelle besetzt, und Histamin kann als Schlüssel nicht mehr agieren. Antihistaminika wirken nicht direkt gegen Histamin und senken dieses auch nicht im Körper. Sie verhindern auch nicht, dass Mastzellen Histamin ausschütten. Antihistaminika können aber kurzzeitig die Wirkung des Histamins blockieren und dadurch Symptome verringern.

Doch nicht alle Antihistaminika sind bei einer Histamin-Intoleranz verträglich. Einige der Präparate enthalten Wirkstoffe, die das Enzym Diaminoxidase (DAO) hemmen und somit den Abbau von Histamin verringern können.

Welche Antihistaminika bei einer Histamin-Intoleranz infrage kommen und was es sonst noch zu beachten gibt, kannst du hier nachlesen>

9 wichtige Tipps zu Medikamenten bei Histamin-Intoleranz

  1. Vor der Einnahme von Medikamenten immer prüfen, ob diese den Histamin-Abbau stören. Dabei unterstützen dich unsere Wirkstofflisten. Eine zusätzliche Hilfe bietet die App whatsin.
  2. Zahlreiche Arzneimittel-Wirkstoffe sind bei einer Histamin-Intoleranz unverträglich, weil sie wichtige Histamin-Abbau-Enzyme blockieren. Hier erfährst du, welche Stoffe dies im Einzelnen sind>
  3. Einige Schmerzmittel-Wirkstoffe, wie Acetylsalicylsäure (ASS) oder Diclofenac setzen als unerwünschte Neben­wirkung körper­eigenes Histamin frei. Unter den freiverkäuflichen Wirkstoffen gelten hier Ibuprofen und Paracetamol als verträgliche Alternativen.
  4. Viele Medikamente, zum Beispiel die Anti-Baby-Pille, Cortison oder Cholesterinhemmer, sind regelrechte Vitamin- und Mineralstoffräuber und können so den Histamin-Abbau behindern. Wer ständig auf Medikamente angewiesen ist, sollte deshalb regelmäßig einen Mikronährstoffstatus erstellen lassen und einen Mangel entsprechend mit Nahrungsergänzungsmitteln ausgleichen.
  5. Immer kritisch hinterfragen, ob es nicht auch möglich ist, die Probleme nicht-medikamentös in den Griff zu bekommen. Eine Kombination aus angemessener Bewegung, auseichendem Schlaf sowie einer gesunden und histaminarmen Ernährung (keine Fertigprodukte, hoher Gemüse- und Obstanteil) ist oft ausreichend, um die Beschwerden zu lindern.
  6. Nicht nur die einzelnen Wirkstoffe der Medikamente können bei einer Allergie oder Histamin-Intoleranz Symptome auslösen, sondern auch die enthaltenen Hilfs- und Zusatzstoffe.
    Unsere ausführliche Liste zu Zusatzstoffen und E-Nummern bei Histamin-Intoleranz findest du hier>
  7. Es gibt zum Glück auch Arzneimittel, die eine Histamin-Intoleranz verbessern können, so kann z.B. die Einnahme von Antihistaminika, Diaminoxidase (DAO) oder Vitamin C kurzfristig die Symptome lindern.
  8. Wer von einer Histamin-Intoleranz betroffen ist, sollte seinen Arzt vor jeder Verordnung daran erinnern. Manchmal ist es möglich, die Medikamente „verträglich“ zu machen, indem man eine noch striktere histaminfreie Diät einhält.
  9. Vor einer Kontrastmitteluntersuchung (z.B. Röntgendiagnostik, Sonografie, MRT) unbedingt Bescheid sagen, dass man eine Allergie oder Histamin-Intoleranz hat. Denn einige Kontrastmittel stehen im Verdacht, Histamin freizusetzen. Im Zweifelsfall kann auch die Einnahme eines Antihistaminikums (ca. 1 Stunde vor der Behandlung) vorbeugend entgegenwirken.

Hilfe bei Histamin-Intoleranz

Am besten ist natürlich der komplette Verzicht auf histaminhaltige Lebensmittel, um die Symptome maximal abzuschwächen. Doch im Alltag ist es nicht immer möglich. Für solche Situationen gibt es Medikamente, die Histamin im Körper abbauen oder dessen Freisetzung verhindern.

Zur Linderung von Symptomen können Antihistaminika, die es als Nasensprays, Tabletten oder Augentropfen gibt, eingenommen werden.

Für den Abbau von Histamin ist das Enzym Diaminoxidase (DAO) zuständig. DAO wird im Darm gebildet. Bei einer Histamin-Intoleranz reicht die Menge an DAO nicht aus. Nahrungsergänzungsmittel wie DAOSiN* enthalten dieses Enzym und helfen beim Abbau von Histamin.
Warum DAO einnehmen bei einer Histamin-Intoleranz? Erfahre mehr…

Bei einer Histamin-Intoleranz besteht ein Ungleichgewicht im Körper. Um dieses Gleichgewicht wieder herzustellen, ist es hilfreich, Mineralstoffe und Vitamine einzunehmen, die bei der Diaminoxidase mitwirken.