Pistazien bei Histamin-Intoleranz? (mit Nuss-Ratgeber)

Pistazien sind ein gesunder Snack, aber verträgt sich das auch mit Histamin-Intoleranz? Mehr dazu und viele weitere Informationen und Rezeptideen erfährst du in unserem umfangreichen Nuss-Ratgeber.

Holzschale mit Pistazien. Wie verträglich sind Pistazien mit Histamin-Intoleranz? (histaminta.de)
Darf man auch mit Histamin-Intoleranz Pistazien snacken?

Zu „Hilfe bei Histamin-Intoleranz“ springen oder weiterlesen:

Enthalten Pistazien Histamin?

Histamin-Intoleranz bedeutet, dass der Körper Schwierigkeiten damit hat, Histamin abzubauen. Nüsse sind zwar in der Regel histaminarm, enthalten aber zum Teil andere biogene Amine. Diese werden – wie auch Histamin – vor allem über die Diaminoxidase (DAO) abgebaut, wodurch ein „Konkurrenzkampf“ um dieses histaminabbauende Enzym entsteht. Das ist besonders problematisch, wenn ohnehin schon zu wenig DAO produziert wird, wie das bei einer Histamin-Intoleranz der Fall ist. 

Außerdem gelten einige Nüsse als Histaminliberatoren und können eine Ausschüttung von körpereigenem Histamin aus den Mastzellen oder anderen histaminbildenden Zellen auslösen.

Zum Glück gibt es auch einige Nusssorten, die auch mit Histamin-Intoleranz relativ unproblematisch sind, darunter auch Pistazien. Ähnlich wie Cashews werden sie fälschlicherweise oft zu den Nüssen gezählt. Dabei handelt es sich eigentlich um die Steinfrüchte des mediterranen Pistazienbaums, der eine Höhe von etwa zwölf Metern erreichen und bis zu 300 Jahre alt werden kann. Pistazienkerne gelten als gut verträglich mit Histamin-Intoleranz. Trotzdem sollte man erstmal mit kleineren Mengen anfangen.

Am besten man kauft seine Pistazien naturbelassen (ungeröstet, ungesalzen) und mit Schale, denn dadurch ist die Frucht besser geschützt. Wie bei anderen Lebensmitteln kommt es auch auf die richtige Lagerung an. Sobald eine Packung geöffnet ist, werden Verfallsprozesse beschleunigt, und zusätzliches Histamin kann entstehen. Offene Packungen sollten nicht lange angebrochen herumliegen, sondern kühl, möglichst dunkel, luftdicht und trocken gelagert und bald verzehrt werden.

Grundsätzlich sollte man keine Nüsse essen, die durch dunkle Verfärbungen oder unangenehme Gerüche auffallen. Gleiches gilt für Nüsse mit muffigem oder bitterem Geschmack. Sie könnten von Schimmelpilzen befallen sein, die bei der Ernte, dem Transport oder der Lagerung entstehen. Laut Untersuchungen des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) sind gemahlene Nüsse häufiger belastet, „da die größere Oberfläche des Mahlprodukts mehr Eintrittsmöglichkeiten für die Schimmelpilze bietet“.

Für welche Rezepte eignen sich Pistazien bei Histamin-Intoleranz?

Pistazien lassen sich nicht nur in roher Form genießen, sie sind auch vielseitig in einer histaminarmen Küche einsetzbar, zum Beispiel als Zutat in Pistazien-Keksen, Nudel-Pesto oder Pistazien-Eis:

  • Pistazien-Plätzchen: 125 g Butter, 70g Zucker und 1 Prise Salz gut verrühren, dann 175 g weißes Dinkelmehl und 75 g in Scheibchen geschnittene Pistazien dazu geben (Tipp: Pistazien vorher 30 min in kaltem Wasser einweichen, damit sie sich besser schneiden lassen). Dann alles mit den Händen zu einem glatten Teig kneten und daraus eine Rolle formen. Die Rolle in Frischhaltefolie einwickeln, Enden gut verschließen, und den Plätzchenteig 1 Stunde im Tiefkühler gefrieren lassen. Backofen auf 175 Grad (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Plätzchenteig aus dem Tiefkühler nehmen, Folie entfernen, den noch tiefgekühlten Teig in etwa 0,5 cm dicke Scheiben schneiden, und die Scheiben auf ein kaltes Backblech legen, das vorher mit Backpapier ausgelegt wurde. Bei 175 Grad etwa 12-15 Minuten backen lassen. Statt Pistazien kann man auch getrocknete Früchte (z.B. Aprikosen oder Cranberrys) verwenden.
  • Pistazien-Pesto: Dazu ca. 90 g Basilikum (frisch oder TK), 100 g Pistazien, 1 TL Meer-/Steinsalz und ggf. 1 Knoblauchzehe und 70 g jungen Gouda (sofern beides vertragen wird) in einem Hochleistungsmixer pürieren (zwischendurch die Masse mit dem Spatel nach unten schieben), dann 100 ml Olivenöl hinzugeben und nochmals kurz auf geringerer Mixstufe verrühren. Wichtig: Pestogläser vorher auskochen, das Pesto im Glas mit etwas zusätzlichem Öl bedecken, und Deckel fest verschließen.
  • Pistazien-Eis: 1 Eigelb und 80 g Zucker gut miteinander vermengen (der Zucker muss sich komplett aufgelöst haben). 150 ml Sahne steif schlagen und unter die Eigelb-Zucker-Mischung heben. 200 ml Milch und 80 g gemahlenen Pistazien hinzugeben und gut verrühren. Dann die Pistazienmasse in eine Eismaschine geben und ca. 40 bis 50 Min. rühren lassen.

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Welche Nüsse sind unverträglich mit Histamin-Intoleranz?

Wie bereits erwähnt, sind einige Nusssorten Histaminliberatoren und können Histamin im Körper freisetzen, oder sie enthalten andere biogene Amine, die den Abbau von Histamin hemmen. Vor allem Walnüsse und Erdnüsse können heftige Symptome auslösen.

Folgende Nüsse, Kerne und Samen gelten bei einer Histamin-Intoleranz als problematisch:

  • Walnüsse
  • Pekannüsse
  • Erdnüsse
  • Cashews
  • Haselnüsse
  • Erdmandeln (geröstet)
  • Sonnenblumenkerne
  • Pinienkerne
  • Sesam (kann vereinzelt Durchfall verursachen)
  • Mohnsamen (kleine Mengen oft verträglich)

Die Verträglichkeit der einzelnen Nüsse, Kerne und Samen fällt individuell unterschiedlich aus, manche Menschen zeigen trotz Histamin-Intoleranz nach dem Verzehr kleiner Mengen keine Symptome, andere wiederum bekommen schon von Spuren der Nüsse heftige Probleme.

6 histaminarme Nüsse, Kerne und Samen bei Histamin-Intoleranz, Grafik, Schaubild, Illustration (histaminta.de)
Macadamia, Paranüsse, Pistazien, Kokosnüsse, Kürbiskerne und Leinsamen sind gut geeignet für eine histaminarme Ernährung.

Welche Nüsse eignen sich mit Histamin-Intoleranz?

Es gibt eine ganze Reihe an Nüssen, Kernen und Samen, die mit Histamin-Intoleranz verträglich sind und sich in der Regel gut in eine histaminarme Lebensweise integrieren lassen:

  • Macadamia
  • Paranüsse
  • Pistazien
  • Mandeln (teilweise verträglich, können Schlafprobleme auslösen)
  • Erdmandeln (ungeröstet)
  • Kokosnüsse
  • Esskastanien/Maronen (frisch oder tiefgekühlt)
  • Kürbiskerne
  • Leinsamen
  • Chiasamen
  • Flohsamen
  • Hanfsamen

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Grundsätzlich gilt: weniger ist mehr. Z.B. Pistazien enthalten viel Omega 3-Fettsäuren („gute Fette“), Proteine und Calcium (gut für Muskeln und Knochen), sowie Vitamin E, Vitamin B6 und Folsäure. Doch schon geringe Mengen reichen aus, um von den positiven Wirkungen zu profitieren. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, pro Tag bis zu 25 Gramm Nüsse zu essen, das entspricht einer kleinen Hand voll. Gesund sind Nüsse vor allem ungesüßt und ungesalzen.

Wie verträglich sind Sonnenblumenkerne und Kürbiskerne?

Am Begriff „kerngesund“ ist viel Wahres dran. Kerne sind reich an Ballaststoffen, ungesättigten Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen. Aber sind sie auch histaminarm? Das kommt ganz auf die Sorte an:

  • Kürbiskerne sind (wie auch Pistazienkerne) histaminarm und eine leckere Alternative zu Nüssen. Mit ihrem hohen Proteingehalt können die gesunden Kerne eine gute Proteinquelle im Rahmen einer veganen Ernährung mit Histamin-Intoleranz sein.
  • Sonnenblumenkerne (Histaminliberatoren) gelten als unverträglich mit Histamin-Intoleranz und können deutliche Symptome auslösen. Ebenso wie Sonnenblumenöl, welches zudem entzündungsfördernd ist.

Was macht Nüsse, Kerne und Samen so gesund?

Nüsse, Kerne und Samen sind reich an Kohlenhydraten, sekundären Pflanzenstoffen, Ballaststoffen, wertvollen (ungesättigten) Fettsäuren, Eiweißen (Proteinen) sowie Vitaminen und Mineralstoffen. Sie gelten als gesunde Energiequelle, Nervennahrung gegen Stress und stärken die körpereigene Abwehr. Klar, den hohen Fettgehalt sollte man im Auge behalten und nicht haufenweise Nüsse futtern. Eine kleine Handvoll pro Tag reicht dicke aus, um von den positiven Wirkungen zu profitieren. Und im Gegensatz zu den meisten Süßigkeiten machen Nüsse auch richtig satt.

Gerade die Pistazie gilt als echte Power-Frucht. Sie enthält viel Omega 3-Fettsäuren („gute Fette“), Proteine und Calcium (gut für Muskeln und Knochen), sowie Vitamin E (Radikalfänger), Vitamin B6 und Folsäure. In Maßen verzehrt können Pistazien – trotz der vielen Kalorien – sogar beim Abnehmen helfen. Die Kombi aus Ballaststoffen und Eiweiß senkt den Blutzuckerspiegel, hält lange satt und vermeidet unnötiges Naschen. Laut einer Studie des Institutes of Human Nutrition der University of California wird die Energie der Pistazie auch nicht vollständig vom Körper aufgenommen und die Nuss zum Teil unverdaut wieder ausgeschieden.

Sollte man während der Schwangerschaft Pistazien essen?

Aufgrund der reichlich enthaltenen Folsäure (60 Mikrogramm pro 100 Gramm Frucht) sind Pistazien gerade in der Schwangerschaft ein optimaler Snack, ebenso wie Lein- und Hanfsamen, Esskastanien, Kürbiskerne oder Mandeln. Das B-Vitamin ist wichtig während der Schwangerschaft. Dennoch sollte man nicht mehr als eine kleine Handvoll Pistazien am Tag essen. Um den erhöhten Bedarf an Folsäure in der Schwangerschaft (550 Mikrogramm/Tag) und Stillzeit (450 Mikrogramm) zu decken, werden zusätzlich Nahrungsergänzungsmittel mit Folsäure* empfohlen.

9 Tipps zu Pistazien bei Histamin-Intoleranz

  1. Nüsse, Kerne und Samen sind gesunde und nahrhafte Snacks. Wegen ihres hohen Fettanteils sollte man allerdings nur etwa eine kleine Handvoll pro Tag essen.
  2. Pistazien gelten als gut verträglich bei Histamin-Intoleranz, ebenso wie Erdmandeln (ungeröstet), Macadamia, Paranüsse und Kürbiskerne.
  3. Pistazien am besten naturbelassen (ungeröstet, ungesalzen) und mit Schale kaufen.
  4. Zerkleinerte oder gemahlene Nüsse sofort verarbeiten.
  5. Darauf achten, dass die Pistazien richtig schön grün sind. Verfärbte Nüsse nicht essen, ebenso keine bitteren, muffigen Nüsse. Sie könnten von Schimmelpilzen befallen sein.
  6. Offene Packungen nicht lange angebrochen herumliegen lassen.
  7. Kühl, möglichst dunkel, luftdicht und trocken lagern und bald verzehren.
  8. Pistazien lassen sich auch gut einfrieren und so bis zu einem Jahr lang frisch halten.
  9. Im Gegensatz zu Pistazien sind Erdnüsse und Walnüsse mit Histamin-Intoleranz problematisch, auch Cashews, Pekannüsse und Haselnüsse können Symptome auslösen, ebenso wie Sonnenblumenkerne, Pinienkerne und Sesam.

Hilfe bei Histamin-Intoleranz

Am besten ist natürlich der komplette Verzicht auf histaminhaltige Lebensmittel, um die Symptome maximal abzuschwächen. Doch im Alltag ist es nicht immer möglich. Für solche Situationen gibt es Medikamente, die Histamin im Körper abbauen oder dessen Freisetzung verhindern.

Zur Linderung von Symptomen können Antihistaminika, die es als Nasensprays, Tabletten oder Augentropfen gibt, eingenommen werden.

Für den Abbau von Histamin ist das Enzym Diaminoxidase (DAO) zuständig. DAO wird im Darm gebildet. Bei einer Histamin-Intoleranz reicht die Menge an DAO nicht aus. Nahrungsergänzungsmittel wie DAOSiN* enthalten dieses Enzym und helfen beim Abbau von Histamin.
Warum DAO einnehmen bei einer Histamin-Intoleranz? Erfahre mehr…

Bei einer Histamin-Intoleranz besteht ein Ungleichgewicht im Körper. Um dieses Gleichgewicht wieder herzustellen, ist es hilfreich, Mineralstoffe und Vitamine einzunehmen, die bei der Diaminoxidase mitwirken.

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