Rosinen bei Histamin-Intoleranz? [mit Trockenobst-Ratgeber]

In Müsli, Studentenfutter, Weihnachtsstollen und anderen süßen Lebensmitteln sind Rosinen allgegenwärtig. Rosinen findet man aber auch in vielen Hauptgerichten aus dem arabischen Raum und im Rheinischen Sauerbraten. Was den Geschmack betrifft, herrscht oft Uneinigkeit. Für viele Menschen machen Rosinen zum Beispiel Snacks erst so richtig lecker, andere wiederum finden sie ziemlich eklig. Doch mit Histamin-Intoleranz stellt sich erstmal die Frage, ob Rosinen für eine histaminarme Ernährung überhaupt geeignet sind. Außerdem wollten wir wissen, wie es um den Histamingehalt der anderen Trockenfrüchte bestellt ist.

Rosinen und rote Weintrauben auf einem Holztisch. Wie verträglich sind Rosinen mit Histamin-Intoleranz? (histaminta.de)
Wie verträglich sind Rosinen bei einer Histamin-Intoleranz?

Zu „Hilfe bei Histamin-Intoleranz“ springen oder weiterlesen:

Sind Rosinen histaminreich?

Mit industriell hergestellten Trockenfrüchten und Rosinen sollte man mit einer Histamin-Intoleranz vorsichtig sein. Durch die Trocknung und Lagerung kann Histamin entstehen. Nach der Trocknung werden die Beeren meist mit Sonnenblumenöl (gilt als histaminreich und entzündungsfördernd) behandelt, um zu verhindern, dass sie zusammenkleben.

Häufig werden Rosinen im Laufe ihrer Herstellung auch noch geschwefelt, damit sie haltbarer werden. Schwefeldioxid ist ein Allergen, das bei manchen Menschen heftige Reaktionen auslösen kann. Ob ein paar Rosinen im Kuchen gleich zu einer Reaktion führen, hängt von der Toleranzschwelle der jeweiligen Person ab. Dennoch empfiehlt es sich, Rosinen nur in kleinen Mengen zu konsumieren und im Zweifelsfall zu ungeschwefelten und unbehandelten Bio-Rosinen zu greifen.

Steckt in Weintrauben Histamin?

Frische Weintrauben enthalten kaum Histamin – dies gilt sowohl für die hellen als auch roten. Daher gelten Trauben, neben anderen histaminarmen Obstsorten (z.B. Apfel, Pfirsich), als idealer Pausensnack bei Histamin-Intoleranz und als tolle Alternative zu Bananen und Zitrusfrüchten, die meist unverträglich sind.

Was unterscheidet Rosinen, Korinthen und Sultaninen?

Rosinen sind nichts anderes als getrocknete Weintrauben: Die in der Sonne oder heißluftgetrockneten Beeren werden auf einen Wasseranteil von bis zu zehn Prozent reduziert. Es gibt verschiedene Sorten, von den hellen Sultaninen bis hin zu den kleinen, dunklen Korinthen:

  • Rosinen und Sultaninen entstammen derselben Traubensorte, meist handelt es sich um die kernlose, dünnhäutige und besonders süße, weiße Sultana-Traube. Sie kommt in der Regel aus der Türkei.
  • Sultaninen werden vor dem Trocknen gedippt, genauer gesagt, mit einer Lösung aus Pottasche und Olivenöl besprüht. So löst sich die Wachsschicht auf der äußeren Schale, und die Frucht wird wasserdurchlässig. Dadurch lässt sich die Trockenzeit deutlich verkürzen, weshalb Sultaninen auch etwas heller sind als Rosinen.
  • Für Korinthen werden kleinere, violett-schwarze Trauben verarbeitet, die aus Griechenland kommen.

Tipp: Korinthen sind normalerweise immer ungeschwefelt. Bei Sultaninen und Rosinen erkennt man das Schwefeln an der dunkleren Farbe – und natürlich am Vermerk auf der Verpackung.

Welche Trockenfrüchte bei Histamin-Intoleranz?

Das Trocknen bzw. Dörren ist eine der ältesten Konservierungsformen. Früher war das Trocknen die einzige Möglichkeit, die Früchte des Sommers für den Winter haltbar zu machen. Heutzutage zählen vor allem Kernobst (Äpfel), Steinobst (Pflaumen) und Südfrüchte (z.B. Datteln, Feigen) zum Trockenobst-Sortiment der Supermärkte.

Getrocknetes Obst (Äpfel, Bananen, Aprikosen, Cranberrys) in einem Dörrautomaten (histaminta.de)
Trockenobst lässt sich mit einem Dörrgerät auch ganz einfach selbst herstellen.

Trockenobst wird oft geschwefelt, genauer gesagt mit Schwefeldioxid und Sulfit-Salzen behandelt. Dadurch behalten die Früchte ihre ursprüngliche Farbe und bleiben länger haltbar. Die Nachteile sind, dass B-Vitamine (vor allem B1 und Folsäure) zerstört werden, zudem kann der Schwefel bei empfindlichen Menschen Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall oder sogar Asthma-Anfälle auslösen.

In puncto Verträglichkeit von Trockenfrüchten gibt es ein paar einfache Regeln:

  • Histaminreiche oder stark Histamin freisetzende Obstsorten wie Ananas, Zitrusfrüchte, Bananen, Erdbeeren oder Papaya sind auch getrocknet selten gut verträglich.
  • Trockenfrüchte aus verträglichen Obstsorten wie Aprikosen, Sauerkirschen, Cranberrys oder Apfelringe lassen sich hingegen problemlos in eine histaminarme Ernährung integrieren. Wichtig ist nur, dass diese ungeschwefelt sind.
  • Am besten kauft man sein Trockenobst in Bioqualität, so ist sichergestellt, dass keine Konservierungsstoffe wie Schwefeldioxid oder chemische Düngemittel eingesetzt worden sind.
Eher verträglichNur mäßig verträglichNicht verträglich
Ungeschwefelte Trockenfrüchte (verträgliche Obstsorten, siehe unten), möglichst in Bioqualität (unbehandelt, ohne Konservierungsstoffe)Geschwefelte Trockenfrüchte (alle Sorten)
Histaminarme Trockenfrüchte, z.B. getrocknete Aprikosen, Pfirsiche, dunkle Beeren, Cranberrys, Gojibeeren, Mango, ApfelringeGetrocknete Pflaumen, Zwetschgen, Rosinen, Korinthen, Feigen, Datteln, BirnenHistaminreiche / stark Histamin freisetzende Trockenfrüchte, z.B. getrocknete Ananas, Bananen, Erdbeeren, Orangen, Papaya

Ungeschwefelte Trockenfrüchte lassen sich übrigens ganz einfach mit einem Dörrautomaten selbst herstellen. Betroffene mit Histamin- oder Fructose-Intoleranz können sich auf diese Weise Snacks ohne Zusatzstoffe oder zusätzlichen Zucker selbst zubereiten. Dies spart auf Dauer viel Geld, denn industriell hergestelltes Dörrgut ist im Vergleich deutlich teurer.

Es gibt eine ganze Reihe von guten Geräten auf dem Markt, die besten Erfahrungen haben wir mit dem Bio Chef Arizona Sol Dörrautomat* gemacht.

Hier findest du das Produkt bei Amazon:

Angebot
BioChef Arizona Sol Dörrautomat

  • Mit 6 Einschüben aus Edelstahl, BPA- freies Gehäuse
  • Digitale Anzeige: 19,5 Stunden Timer + einstellbares Thermostat: 35 bis 70 Grad Celsius
  • Horizontales Trockensystem garantiert gleichmäßiges Dörren
  • Transparente Tür und herausnehmbare Einschübe
  • Beinhaltet: 3 Anti-Haft-Folien, 3 feinmaschigen Einlegematte und 1 Auffangblech, 3 Jahre Garantie

Wie gesund ist Trockenobst wirklich?

Die im Obst enthaltenen Nährstoffe sind auch nach der Trocknung noch weitestgehend vorhanden (mit Ausnahme des empfindlichen Vitamin C). Durch den verringerten Wasseranteil enthält Trockenobst hohe Konzentrationen an Mineralstoffen (z.B. Magnesium, Eisen, Calcium), Spurenelementen und Ballaststoffen. Allerdings nehmen auch die Energiedichte und der Kaloriengehalt zu (siehe Tabelle).

ObstsorteKalorien / 100 g (frisch)*Kalorien / 100 g (getrocknet)*
Pflaumen, Zwetschgen46 kcal240 kcal
Aprikosen45 kcal241 kcal
Äpfel52 kcal280 kcal
Datteln282 kcal
Weintrauben67 kcal299 kcal (Rosinen)
Bananen89 kcal300 kcal
Bananenchips: 500 kcal
*Die Angaben sind Durchschnittswerte und sollen nur zur Orientierung dienen.

In kleinen Portionen sind getrocknete Früchte durchaus gesund und eine gute Alternative zu Süßigkeiten. Auch eine der fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag, wie sie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, kann dadurch ab und an ersetzt werden.

Zur Orientierung: Eine Portion von 25 Gramm Trockenobst (z.B. 3 bis 4 getrocknete Aprikosen) entspricht etwa 60 Kilokalorien. Viel mehr davon sollte man allerdings täglich nicht snacken.

Der fruchteigene Zucker der Trockenfrüchte ist übrigens ein sehr guter Energielieferant für die Nerven und Muskeln. Anders als bei Süßigkeiten gelangt der Zucker nicht so schnell ins Blut, der Blutzuckerspiegel steigt nur langsam an und bewirkt eine längere Sättigung.

Welches Obst enthält kein Histamin?

Leider sind Rosinen für Menschen mit Histamin-Intoleranz nicht immer gut verträglich. Zum Glück gibt es jede Menge leckere, frische Frucht-Alternativen. Folgende Obstsorten eignen sich hervorragend für eine histaminarme Ernährung:

6 Tipps zu Rosinen & Trockenfrüchten bei Histamin-Intoleranz

  1. Rosinen sind nichts anderes als getrocknete Weintrauben. Frische Weintrauben gelten als histaminarm und gut verträglich bei Histamin-Intoleranz. Bei Menschen mit empfindlichem Darm können sie jedoch leicht abführend wirken. Wer von Weintrauben Probleme bekommt, findet in Äpfeln, Pfirsichen oder dunklen Beerensorten leckere Alternativen.
  2. Anders sieht es aus, wenn Weintrauben verarbeitet sind: Rotwein und ungeschwefelte Rosinen sollte man mit Histamin-Intoleranz meiden. Schwefeldioxid und Sulfite können allergieähnliche Symptome auslösen. Ob ein paar Rosinen im Kuchen schon zu einer Reaktion führen, hängt von der Toleranzschwelle der jeweiligen Person ab.
  3. Möglichst ungeschwefelte Rosinen kaufen! Bei Sultaninen und Rosinen erkennt man das Schwefeln an der dunkleren Farbe – und natürlich am Vermerk auf der Verpackung. Korinthen sind normalerweise immer ungeschwefelt.
  4. Rosinen und anderes Trockenobst in Bioqualität ist frei von Konservierungsstoffen wie Schwefeldioxid.
  5. Rosinen sind für die Verdauung und den Darm gesund, können bei übermäßigem Verzehr aber auch abführend wirken. Dazu bestehen sie zu mehr als der Hälfte aus Fruchtzucker und sind entsprechende Kalorienbomben.
  6. Ungeschwefelte Trockenfrüchte lassen sich übrigens ganz einfach mit einem Dörrautomaten selbst herstellen. Betroffene mit Histamin- oder Fructose-Intoleranz können sich auf diese Weise Snacks ohne Zusatzstoffe oder zusätzlichen Zucker selbst zubereiten.

Hilfe bei Histamin-Intoleranz

Am besten ist natürlich der komplette Verzicht auf histaminhaltige Lebensmittel, um die Symptome maximal abzuschwächen. Doch im Alltag ist es nicht immer möglich. Für solche Situationen gibt es Medikamente, die Histamin im Körper abbauen oder dessen Freisetzung verhindern.

Zur Linderung von Symptomen können Antihistaminika, die es als Nasensprays, Tabletten oder Augentropfen gibt, eingenommen werden.

Für den Abbau von Histamin ist das Enzym Diaminoxidase (DAO) zuständig. DAO wird im Darm gebildet. Bei einer Histamin-Intoleranz reicht die Menge an DAO nicht aus. Nahrungsergänzungsmittel wie DAOSiN* enthalten dieses Enzym und helfen beim Abbau von Histamin.
Warum DAO einnehmen bei einer Histamin-Intoleranz? Erfahre mehr…

Bei einer Histamin-Intoleranz besteht ein Ungleichgewicht im Körper. Um dieses Gleichgewicht wieder herzustellen, ist es hilfreich, Mineralstoffe und Vitamine einzunehmen, die bei der Diaminoxidase mitwirken.

Angebot
DAOSiN Tabl. mit DAO-Enzym, hochwirksam (60 Stk)
  • Mit dem Enzym DiAminOxidase: DAOSiN unterstützt den körpereigenen Abbau von Histamin mithilfe DiAminOxidase
  • Das magensaftresistente Nahrungsergänzungsmittel erhöht den DAO-Enzym-Gehalt im Dünndarm und hilft dem Körper dabei, Histamin abzubauen