Tomaten bei Histamin-Intoleranz? [Ratgeber]

Tomaten sind das Lieblingsgemüse der Deutschen. Rund 25 Kilogramm verbraucht jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr. Als Nudelsoße, auf der Pizza, im Salat oder Ketchup – in vielen Lebensmitteln stecken Tomaten drin. Umso mehr stellt sich mit Histamin-Intoleranz die Frage nach der Verträglichkeit.

Tomaten bei Histamin-Intoleranz? (histaminta.de)
Tomaten sind äußerst beliebt – aber wie verträglich sind die roten Vitaminkugeln mit Histamin-Intoleranz?

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Wie viel Histamin steckt in Tomaten?

In einem Kilo Tomaten stecken etwa 11 bis 22 Milligramm Histamin, je nach Reifegrad und weiteren Faktoren. Das ist nicht wenig, aber auch nicht so viel, dass der Verzehr von kleineren Mengen gleich Probleme bereiten muss. Zum Vergleich: Geräucherte Makrelen, Salami oder Tiroler Speck kommen auf bis zu 300 mg/kg Histamin. In Fischkonserven oder lang gereiftem Käse sind sogar Histamingehalte von 1.500 mg/kg und mehr dokumentiert.

Aber: Tomaten zählen auch zu den sogenannten Histaminliberatoren. Das sind Lebensmittel, welche unabhängig vom eigenen Histamingehalt die Ausschüttung von körpereigenem Histamin fördern. Zusammengenommen sind das gute Gründe, die Tomate bei einer Histamin-Intoleranz zu meiden.

Frische Tomaten sind jedoch im Vergleich deutlich weniger problematisch als industriell verarbeitete Produkte aus Tomaten, z.B. Tomatenmark, pürierte Tomaten, Tomatenketchup oder getrocknete Tomaten. Denn durch die weitere Verarbeitung entsteht in der Regel noch mehr Histamin. So ist es nicht verwunderlich, dass viele Menschen mit Histamin-Intoleranz frische Tomaten in kleinen Portionen durchaus vertragen, aber Tomatenmark, Dosentomaten, Ketchup und Co. überhaupt nicht.

Doch gerade das schlägt vielen Betroffenen ins Gemüt. Denn besonders Tomatenmark und pürierte Tomaten zählen zu den Basics der hierzulande so beliebten italienischen Küche und eignen sich gut für die Zubereitung von Nudelgerichten, Aufläufen oder Pizzen.

Auch Ketchup, die meisten gekauften Grillsoßen, Fertiggerichte und viele vegane Brotaufstriche fallen bei Histamin-Intoleranz raus, weil sie Tomaten enthalten. Allerdings stecken diese Produkte ohnehin meist voller problematischer Zusatzstoffe, weshalb sie sowieso nicht infrage kommen.

Tomaten und Ersatzprodukte bei Histamin-Intoleranz von gut (grün hinterlegt) bis schlecht verträglich (rot) - Grafik (histaminta.de)
Tomatenprodukte und Tomaten-Ersatz bei Histamin-Intoleranz – von gut bis schlecht verträglich.

Welcher Tomaten-Ersatz bei Histamin-Intoleranz?

Die nahezu histaminfreien Paprikas sind der perfekte Ersatz für histaminreiche Gemüsesorten, etwa für Tomaten – und erweisen sich damit für Menschen mit einer Histamin-Intoleranz als wahrer Segen:

  • Paprikamark ist mit Tomatenmark vergleichbar und eignet sich für Pizzen oder für Saucen, bei denen eigentlich Tomatenmark verwendet würde. Paprikamark besteht ausschließlich aus Paprika. Man bekommt es z.B. in in türkischen Lebensmittelgeschäften oder Spezialitätenläden.
  • Für manche ist auch Ajvar eine Option. Das vor allem in Südeuropa beliebte Gemüsemus enthält neben Paprika auch Auberginen und Essig und wird deshalb nicht von allen vertragen, die an Histamin-Unverträglichkeit leiden. Die Konsistenz von Ajvar ähnelt dem Tomatenmark.
  • Auch zu Tomatensoße gibt es eine gute Alternative aus Paprika. Paprikasoße passt gut als Pizza-Sugo oder Pastasoße.
  • Anstelle von „Tomaten mit Mozzarella“ kann man auch Paprika mit Mozzarella anrichten – allerdings sollte man die Paprika vorher erst leicht andünsten und kalt werden lassen. Ansonsten passt es nicht.

Natürlich gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, den Verlust vieler Tomatengerichte zu kompensieren. Als Ersatz für Pizza eignet sich z.B. auch selbst gemachter Flammkuchen mit gekochtem Schinken. Kürbismus ist der Tomate nicht nur farblich ähnlich. Der Geschmack ist fruchtig und nicht so herb, wodurch sich das Mus gut als Soße oder Pizza-Grundierung macht.

Hier findest du ein Rezept für histaminarmen Dinkel-Flammkuchen (kochbar.de). Wichtig: Wie im Rezept erwähnt, Putenbrust statt Speck verwenden!

3 wichtige Tipps zu Tomaten bei Histamin-Intoleranz

  1. Tomaten sind histaminhaltig und können zudem die Ausschüttung von körpereigenem Histamin fördern. Vor allem verarbeitete Tomaten-Produkte, z.B. Tomatenmark, pürierte Tomaten oder Ketchup, gilt es zu meiden. Sie enthalten besonders viel Histamin.
  2. Frische Tomaten können in kleinen Portionen durchaus verträglich sein. Allerdings sollte man die eigene Toleranzgrenze vorsichtig austesten – eine einzelne Tomate im Salat stellt in der Regel kein Problem dar.
  3. Paprika enthalten von Natur aus kaum Histamin und sind daher der ideale Tomaten-Ersatz. Unsere Rezepte für histaminarme Paprika-Pastasoße und histaminarme Paprika-Pizzasoße sind gut verträgliche Alternativen zu histaminreichen Tomatensoßen. Bei industriell verarbeiteten Produkten wie Paprikamark und Ajvar gilt es, die eigene Toleranzgrenze vorsichtig auszutesten und darauf zu achten, dass wenig Zusatzstoffe enthalten sind. Wenn es mal schnell gehen soll, verwenden wir ein Fertigprodukt: Granny´s Secret Ajvar Geröstete Paprika*. Das Ajvar besteht zu 94% aus roten Paprika und enthält keine Auberginen, scharfen Gewürze oder anderen chemischen Zusätze, wie Citronensäure.

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  • Enthält geröstete rote Paprika
  • Ohne Konservierungsstoffe und künstliche Aromen, vegan und glutenfrei

In dem Ajvar sind kleinere Mengen an Sonnenblumenöl und Branntweinessig enthalten, wer darauf empfindlich reagiert, kann die histaminarme No!mato Soße von Histaminikus ausprobieren. Als Ketchup-Ersatz ist der No!mato Rote Beete Ketchup* eine leckere Alternative.

Hilfe bei Histamin-Intoleranz

Am besten ist natürlich der komplette Verzicht auf histaminhaltige Lebensmittel, um die Symptome maximal abzuschwächen. Doch im Alltag ist es nicht immer möglich. Für solche Situationen gibt es Medikamente, die Histamin im Körper abbauen oder dessen Freisetzung verhindern.

Zur Linderung von Symptomen können Antihistaminika, die es als Nasensprays, Tabletten oder Augentropfen gibt, eingenommen werden.

Für den Abbau von Histamin ist das Enzym Diaminoxidase (DAO) zuständig. DAO wird im Darm gebildet. Bei einer Histamin-Intoleranz reicht die Menge an DAO nicht aus. Nahrungsergänzungsmittel wie DAOSiN* enthalten dieses Enzym und helfen beim Abbau von Histamin.
Warum DAO einnehmen bei einer Histamin-Intoleranz? Erfahre mehr…

Bei einer Histamin-Intoleranz besteht ein Ungleichgewicht im Körper. Um dieses Gleichgewicht wieder herzustellen, ist es hilfreich, Mineralstoffe und Vitamine einzunehmen, die bei der Diaminoxidase mitwirken.

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  • Mit dem Enzym DiAminOxidase: DAOSiN unterstützt den körpereigenen Abbau von Histamin mithilfe DiAminOxidase
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