Was im Restaurant essen mit Histamin-Intoleranz? [Tipps]

Essen gehen, Gastfreundschaft genießen, sich entspannen und kulinarisch verwöhnen lassen – das gehört für die meisten Menschen wie selbstverständlich zum Leben dazu, egal ob im Urlaub, in der Mittagspause mit den Kollegen, beim Geschäftsessen oder zu festlichen Anlässen mit Freunden und Familie. Doch mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten, wie einer Histamin-Intoleranz, ist im Restaurant essen mit jeder Menge Stress verbunden. Schließlich kann man nicht einfach in der Küche nachschauen, welche Zutaten auf dem Teller landen und ob auch wirklich alles frisch zubereitet wird. Damit der nächste Restaurantbesuch nicht zur bösen Überraschung wird, findest du hier die wichtigen Tipps & Tricks. Dazu erhältst du Menüvorschläge zu verschiedenen kulinarischen Richtungen sowie eine Liste mit verträglichen Beilagen und Gerichten.

Mann sitzt im Restaurant am Tisch, die Arme in einer fragenden Geste nach oben gehoben. Was kann man mit Histamin-Intoleranz im Restaurant essen? (histaminta.de)
Mit Histamin-Intoleranz ist es im Restaurant nicht immer einfach etwas Passendes zu finden.

Zu unseren 15 Tipps zum Restaurant-Besuch mit Histamin-Intoleranz“ springen oder weiterlesen:

Ist auswärts essen gehen mit Histamin-Intoleranz problematisch?

Wer von einer Histamin-Intoleranz betroffen ist, für den stellen Besuche im Restaurant und generell auswärts essen echte Herausforderungen dar. Denn alles, was länger gelagert, gereift, eingelegt oder in einer anderen Form haltbar gemacht wurde, hat in der Regel einen hohen Histamingehalt – insbesondere Fertiggerichte, Konserven, Fastfood, geräucherte Fisch– und Fleischprodukte, Hartkäse, Lebensmittelzusatzstoffe, Softdrinks, Alkohol, Kaffee, aber auch einige vermeintlich gesunde Lebensmittel wie Tomaten, Zitrus- und Hülsenfrüchte, Soja oder Nüsse. Da bleibt auf der Restaurant-Karte wenig übrig, was man mit Histamin-Intoleranz noch bestellen kann. Und nicht immer sind die einzelnen Zutaten klar auf der Karte gekennzeichnet. Dazu ist es schwierig, dem Servicepersonal klarzumachen, welche Speisen man verträgt und welche nicht.

Problematisch wird es auch bei Einladungen zum Essen durch Freunde und Verwandte. Es ist schwer zu vermitteln, dass wirklich alles frisch zubereitet werden muss. Und oft glauben sie einem erst, wenn sie den ersten „Histamin-Schock“ und die damit einhergehenden Symptome live miterleben.

Enthält aufgewärmtes Essen viel Histamin?

Das Aufwärmen und lange Warmhalten der Speisen mit Histamin-Unverträglichkeit ein absolutes No-Go. Bei jedem Öffnen und Herausschöpfen von Speisen landen wieder Bakterien im Essen. Und mit sinkender Temperatur siedeln sich auch wieder Mikroorganismen an, die Histamin produzieren können. Besonders problematisch ist der Bereich zwischen 30 und 60 Grad Celsius, der ideale Voraussetzungen für die Vermehrung von Mikroorganismen bietet. Erst bei 5 bis 7 Grad ist die Histaminproduktion stark verringert. Einmal gebildet, kann Histamin praktisch nicht mehr aus einem Gericht entfernt werden, weil es hitzestabil ist und durch Kochen nicht zerstört wird.

Wer mit Histamin-Intoleranz im Restaurant isst, setzt sich gleich einer Reihe an potenziellen Gefahren aus: Die meisten Wirte lassen Beilagen, Soßen und andere Zutaten vorkochen, um hinterher viele Gäste gleichzeitig und schnell bedienen zu können. Und auch jede Nachlässigkeit bei der Hygiene kann sich negativ auswirken.

Die 3 häufigsten Fehler der Gastwirte:

  1. Unterbrechung der Kühlkette
  2. Ungenügende Kühlung von vorgekochten Lebensmitteln
  3. Langes Warmhalten der Speisen bei kritischen Temperaturen und eine unzureichende Erhitzung

Aus diesen Gründen ist in Restaurants leider immer mit einer gewissen Histaminbelastung zu rechnen, ganz besonders bei Buffets. Grundsätzlich sollte man mit einer Histamin-Intoleranz nur dort einkehren, wo viel Wert auf Sauberkeit und auf die Verwendung von frischen, hochwertigen Lebensmitteln gelegt wird.

Menükarte, Grafik. Was kann man im Restaurant essen mit Histamin-Intoleranz? (histaminta.de)

Welche Küche ist histaminarm?

Die Frage, welche kulinarische Richtung besonders histaminarm ist, lässt sich so pauschal nicht beantworten, denn es kommt – unabhängig von der Herkunft der Gerichte – auf die Frische und die Qualität der Zutaten an sowie auf die Sauberkeit im Restaurant und die Fertigkeiten der Köchin bzw. des Kochs. Denn wer richtig gut kochen kann, braucht weder Glutamat noch andere Geschmacksverstärker zum künstlichen Aufpimpen seiner Gerichte. Daher sollten diese Kriterien bei der Restaurant-Auswahl immer an erster Stelle stehen. Darüber hinaus spielt allerdings auch die Art der Küche eine nicht zu unterschätzende Rolle, denn die Zubereitung und die Auswahl der Zutaten und Gewürze unterscheiden sich abhängig vom Kulturkreis.

„Deutsche Küche“ mit Histamin-Intoleranz?

Die Küche im typischen „alteingesessenen“ deutschen Restaurant ist sehr soßenlastig, und meist sind auch Glutamat und andere Geschmacksverstärker im Spiel. Deshalb sollten man die Soßen zum Fleisch, Fisch oder Gemüse lieber gleich abbestellen. Das gilt übrigens auch für Salatdressings (eigenes mitbringen!) und den Käse in vegetarischen Gerichten. Die meisten traditionellen deutschen Gerichte sind mit Histamin-Intoleranz tabu, z.B. Käsespätzle/Kässpatzen (Emmentaler), Sauerkraut, Würste, Leberkäse, Schweinsbraten, Haxe, Königsberger Klopse, Hackepeter oder auch Vorspeisensuppen, die oft aus der Tüte kommen und schlecht verträgliche Gewürze und Zusatzstoffe enthalten, wie Hefeextrakt, Tomatenpulver, Aromen oder Zitronensäure.

Bier sollte man höchstens in geringen Mengen zum Essen konsumieren und dabei auf obergärige Sorten wie Weizenbier und naturtrübe Biere verzichten. Untergärige Biere (u.a. Pils, Export oder Lagerbier) enthalten in der Regel etwas weniger Histamin.

Tipp: Am besten selbst ein Gericht aus relativ unkomplizierten Zutaten zusammenstellen, z.B. frische Hähnchen- oder Putenbrust, gedünstetes Gemüse (Blumenkohl, Brokkoli, Spargel, Möhren), Spiegeleier, Brot bzw. Brötchen und Kartoffelbeilagen wie Salzkartoffeln, Pellkartoffeln, Bratkartoffeln (ohne Speck), Kartoffelpuffer, Kartoffelknödel oder Kartoffelbrei. Auch Spätzle oder Schupfnudeln (pur, ohne Soße) kommen als sattmachende Beilagen infrage.

Italienischer Kellner mit Pizza in der Hand, lustiger Comic (histaminta.de)

Was essen beim Italiener mit Histamin-Intoleranz?

Viele mediterrane Speisen enthalten Tomaten, die mit Histamin-Intoleranz häufig schlecht vertragen werden. Dies ist aber nur einer der Gründe, weshalb die Speisenauswahl beim Italiener teilweise schwierig ist. So sind z.B. die meisten Pastasoßen keine Option, egal ob „Spaghetti Napoli / al Pomodoro“ (Tomaten), „Carbonara“ (Speck) oder Pesto (Nüsse). Auch Spezialitäten wie Pizza (Tomatensugo), Lasagne (Bolognesesoße, Parmesan), Prosciutto, Salami, Meeresfrüchte oder Tiramisu (Kakao, Alkohol, Kaffee) kommen nicht infrage.

Auch beim Wein darf man auf keinen Fall zu tief ins Glas schauen. Aber in weißen Weinen steckt zumindest deutlich weniger Histamin als in Rotwein. Auch sind jüngere Weine in der Regel die bessere Wahl, da ihr Histamingehalt geringer ist.

Tipp: Nudeln „Aglio Olio“ mit Knoblauch, Olivenöl und frischen Kräutern bestellen oder eine „Pizza Biancha“ (mit Ricotta-Creme statt Tomatensugo) und Mozzarella als Belag. Alternativ: Salat mit Focaccia dazu (Brot aus Frischkäse, Weizenmehl, Salz, Hefe, Wasser und Olivenöl). Allerdings sollte man sich sein eigenes Dressing mitbringen, denn der italienische Balsamessig („Aceto Balsamico“) gilt als nicht gut verträglich.

Zwei Schälchen mit asiatischem Essen und Essstäbchen, Grafik. Was kann man essen im chinesischen Restaurant mit Histamin-Intoleranz? (histaminta.de)

Ist asiatisches Essen histaminarm?

In ein asiatisches Restaurant zu gehen, ist mit Histamin-Intoleranz kein Spaß. Das liegt allerdings weniger an der asiatischen Küche an sich, sondern vielmehr daran, wie es die Mehrheit der Deutschen gerne mag und somit auch hierzulande aufgetischt bekommt: reichhaltige Menüs mit viel Fleisch, Fisch oder Tofu in einer Soßenpampe aus schlecht verträglichen Zutaten wie Soja, Austern, Erdnussöl, Currypaste, Glutamat und anderen Geschmacksverstärkern. Im Grunde bleibt meist nur Reis, und das lohnt sich nicht.

Tipp: Wer genauer sucht, der findet vor allem in Städten hochwertige asiatische Restaurants, die ihre Gerichte traditioneller zubereiten, d.h. weniger Öl, nur einzelne frische Speisen (z.B. gedünstetes Pak Choi) und keine Menüs, die in künstlichen Soßen schwimmen.

Was kann man beim Griechen bestellen?

Auch in griechischen Restaurants fällt beim ersten Blick auf die Karte einiges weg: Gyros, Souvlaki (marinierte Schweinespieße), Suzuki (Hackfleischröllchen), Calamari oder Moussaka (Auberginen, Hack) – geht alles gar nicht. Auch beim beliebten griechischen Schnaps, dem Metaxa, ist Zurückhaltung angebracht, da man Weinbrand mit einer Histamin-Unverträglichkeit meiden sollte. Besser verträglich sind im Vergleich klare Schnäpse, z.B. „Ouzo“. Allerdings auch nur, wenn man bei geringen Mengen bleibt und viel Wasser dazu trinkt. Davon abgesehen bietet die griechische Küche in der Regel aber dennoch ausreichend Alternativen:

Tipp: gegrilltes Lammfilet oder Hähnchen- bzw. Putenbrust mit Tsatsiki (meist verträglich) und Salat (mit eigenem Dressing), gegrilltes Gemüse (Paprika, Zucchini, ohne Tomaten!) sowie Reis oder Knoblauchbrot. Für manche kann auch Fetakäse eine Option sein, hier ist die individuelle Verträglichkeit sehr unterschiedlich.

Dönerspieß, Grafik (histaminta.de)

Ist in Döner Histamin enthalten?

Natürlich ist türkische Küche mehr als ein Kebap-Haus. Aber mit Histamin-Intoleranz will man natürlich wissen, wie verträglich Döner Kebap („sich drehendes Grillfleisch“) ist: „Döner Kebab“ darf hierzulande nur aus Rind- bzw. Kalbfleisch oder Schaf- bzw. Lammfleisch hergestellt werden und zu maximal 60 Prozent aus Hack bestehen. Allerdings stecken im Döner – je nach Qualität – nicht nur Fleisch, Salz und Gewürze, sondern auch jede Menge weitere Zutaten wie Eier, Zwiebeln, Öl, Milch, Joghurt, Paniermehl, Sojaeiweiß, Erbsenstärke, Emulgatoren, Geschmacksverstärker oder Hefeextrakt. In der Regel bleibt unklar, welche Zutaten genau enthalten sind, wie frisch das Fleisch ist oder wie lange der Döner bereits am Spieß vor sich hin gart. Daher ist Döner mit Histamin-Intoleranz nicht zu empfehlen. Auch Börek (Hackfleisch oder Spinat), Falafel (Kichererbsen) und Türkischer Tee oder Kaffee (Koffein) sind problematisch.

Tipp: stattdessen einen vegetarischen Dürüm-Wrap probieren, der im Gegensatz zum Lahmacun („Türkische Pizza“) nicht mit einer Würzmischung aus Hackfleisch und Tomaten bestrichen wird. Alternativ: Fladenbrot mit Salat (ohne Tomaten) und ggf. Tsatsiki und Schafskäse (wenn diese vertragen werden). Für manche kann auch das Joghurtgetränk Ayran eine Option sein, hier ist aber die individuelle Verträglichkeit sehr unterschiedlich.

Scharfe Küche mit Histamin-Intoleranz?

Wie für alle Menschen mit geschwächtem Magen-Darmtrakt gilt es, scharf gewürzte Speisen zu meiden, weil diese die Schleimhäute zusätzlich belasten. Daher ist die typische scharfe Küche, wie sie in großen Teilen Asiens (besonders Indien, Thailand, Indonesien, Region Sichuan/China, Südkorea), aber auch in Mexiko, Ghana, der Karibik oder den US-Südstaaten häufig zelebriert wird, mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit grundsätzlich weniger zu empfehlen.

Tipp: nach „harmlosen“ Alternativen suchen, z.B. beim Mexikaner Folienkartoffeln mit Quark oder Sour Creme (ohne Zitrone) oder Burritos/Mais-Tacos mit individuell auswählbarer Füllung, und das Essen ungewürzt oder nur „leicht gesalzen“ bestellen, also ohne scharfe Gewürze wie Chili, Pfeffer, Paprika Scharf, Senf, Curry oder Meerrettich/Wasabi.

Pommes Frites auf einem Holzbrett mit Ketchup und Mayonnaise, Grafik / Illustration (histaminta.de)

Enthalten Pommes Histamin?

Zunächst die gute Nachricht: Die Grundzutat der Pommes, die Kartoffel, ist für eine histaminarme Ernährung gut geeignet. Nun die schlechte: Der Histamingehalt von Pommes hängt sehr stark von der Frische und der Art der Zubereitung ab. Im Restaurant oder Imbiss werden meist fertige TK-Pommes verwendet. Diese sind vorfrittiert und enthalten histaminreiches Sonnenblumenöl, das als entzündungsfördernd gilt. Und oft landen nicht nur die Pommes in der Fritteuse, sondern noch weitere panierte Lebensmittel, die zusätzliches Histamin mitbringen. Auch passiert es häufig, dass das Fett in den Fritteusen der Gastronomie nicht regelmäßig gewechselt wird, wodurch der Histamingehalt zusätzlich ansteigt. Als wäre dies nicht schon genug, kommen dann noch fertige Gewürzmischungen („Pommes-Salz“) oben drauf, die Soja, Curry, Chili, Tomate oder Aromen enthalten, welche die Symptome der Histamin-Intoleranz noch verstärken.

Tipp: Wer im Restaurant Pommes essen will, sollte sie ungewürzt bestellen (und dann selbst am Tisch salzen). Ketchup (Tomaten) ist nicht zu empfehlen, genau wie Mayonnaise (Sonnenblumenöl, Senf, Zitronensaft). Die verträglichste Alternative ist aber, die Pommes selber aus frischen (Bio-)Kartoffeln herzustellen (hier geht’s zum Rezept>). Als Gewürze eignen sich Oregano, Rosmarin und Basilikum, als Öl kann man ein hochwertiges Rapsöl verwenden. Wer aufs Öl verzichten möchte, bereitet die Pommes in einer Heißluftfritteuse oder im Backofen zu. Für mehr Pep sorgen Kräutersalz und eine Prise mildes Paprikapulver („Paprika edelsüß“).

15 Tipps für den Restaurant-Besuch mit Histamin-Intoleranz

  1. Vorher enthaltsam: Wer sich vor dem Restaurantbesuch histaminarm ernährt und in der Nacht davor genug schläft bzw. regeneriert, verträgt mit höherer Wahrscheinlichkeit auch mal ein Glas Wein oder eine histaminhaltige Speise. Denn wenn das „Histamin-Fass“ im Körper quasi leer ist, kann es nicht so schnell überlaufen. Allerdings ist die Toleranzgrenze bei jedem verschieden.
  2. Auf Qualität achten: Bei der Auswahl des Restaurants weniger auf die Preise schauen und mehr auf die Frische und Qualität. Positiv zu bewerten, sind z.B. saisonale Gerichte auf der Speisekarte, regionale Zutaten und Getränke, Sauberkeit im Eingangsbereich und Gastraum. Vorsicht bei Billigangeboten – oft sind die Zutaten minderwertig und die Gerichte nur aufgewärmt vom Vortag.
  3. Gut vorbereitet sein: Mittlerweile haben fast alle Restaurants eine Speisekarte online. Im Zweifel anrufen und die Essenswünsche besprechen. Dabei nachfragen: Gibt es Gerichte mit frischen Zutaten, ohne Glutamat oder Hefeextrakt? So umgeht man auch eine nervige Diskussion vor Freunden, Kollegen oder der Familie und kann vor Ort einfach genießen.
  4. Klar und deutlich kommunizieren: Es ist wichtig, dem Personal zu sagen, was man sich wünscht, z.B. „den Salat ohne die Tomaten“ und „das Hähnchen pur und ohne Gewürze“ oder „keine Soße zum Gemüse dazu“. Hilfreich ist es auch, die wichtigsten Unverträglichkeiten auf eine kleine Karte zu schreiben und diese dann beim Bestellen dem Kellner in die Hand zu drücken.
  5. Einfach halten: Je mehr Zutaten die Speisen haben, desto mehr Fragezeichen. Aufläufe, Gerichte mit viel Soße, Dressings oder Dips sind zu unklar. Stattdessen einfache Gerichte wählen, deren Bestandteile erkennbar sind, z.B. eine Kombination aus Beilagen wie Reis, Kartoffeln, Nudeln mit Gemüse oder frischem Fleisch/Fisch. Falls es Soßen gibt, diese separat in einem Schälchen bringen lassen, sodass nicht das gesamte Essen in der Soße verschwindet. Salate selbst anmachen.
  6. Eigenes Würz-Set: Wer „auf Nummer Sicher“ gehen will, hat eine kleine Glasflasche mit Essig– und Ölgemisch sowie Salz und Gewürzen dabei. Falls sich auf der Speisekarte nichts Verträgliches findet, kann man so den Salat ohne Soße bestellen und entsprechend selbst marinieren und würzen. Wer stark auf Gewürze reagiert, sollte beim Bestellen darum bitten, dass das Gericht ungewürzt bleibt. Welche Kräuter & Gewürze bei Histamin-Intoleranz infrage kommen>
  7. Verträgliche Gerichte/Zutaten wählen: Ganz wichtig ist natürlich, dass man selbst einen Überblick hat, welche Lebensmittel mit Histamin-Intoleranz problematisch sein können und welche eher gut vertragen werden. Hier findest du unsere Liste mit verträglichen Speisen und hier die unverträglichen Gerichte. Eine gute Hilfe ist zudem unsere ausführliche Lebensmittel-Liste.
  8. Zusatzstoffe checken: Im Restaurant reicht es aus, wenn die Funktionsklassen der Zusatzstoffe auf einem Schild oder der Karte vermerkt sind. z.B. „mit Farbstoff“, „mit Phosphat“, „geschwefelt“ oder „mit Süßstoff“. Für Betroffene, die auf bestimmte Zusatzstoffe reagieren, ist diese ungenaue Angabe unzureichend. Hier sollte man nachfragen, um welche Zusatzstoffe es sich genau handelt. Eine Übersicht mit Zusatzstoffen bei Histamin-Intoleranz findest du hier.
  9. Alkoholfasten: Der Konsum von alkoholischen Getränken blockiert den Histamin-Abbau, fördert die Histamin-Freisetzung, schädigt die Darmschleimhaut und raubt zudem wichtige Vitalstoffe. Aus diesen Gründen sollte man auf Alkohol ganz verzichten oder sich auf kleine Mengen beschränken. Besonders ungünstig ist ein Aperitif oder Alkohol zwischen den Hauptmahlzeiten, z.B. Sekt als Stehempfang.
  10. Wasser als Antihistaminikum: Zwischendurch viel Wasser trinken, da Wasser die Freisetzung von Histamin verlangsamt.
  11. Kantinen & Imbissbuden sind tabu: Aufgewärmte Speisen, scharfe Gewürze, Hefeextrakt, Glutamat und andere Zusatzstoffe sollte man mit Histamin-Intoleranz unbedingt meiden. So wie auch die meisten Fertiggerichte. Deshalb sind Mahlzeiten in Restaurants, Kantinen oder Imbissbuden mit größter Vorsicht zu genießen.
  12. Vorsicht am Buffet! Lange warmgehaltene Speisen sind problematisch, und auch jede Nachlässigkeit bei der Hygiene kann sich negativ auswirken. Daher sollte man sich nur dort am Buffet bedienen, wo Wert auf Frische und Sauberkeit gelegt wird. Nachfragen: Sind Gewürzmischungen mit Glutamat oder Hefeextrakt enthalten? Gibt es Gerichte ohne Zusatzstoffe? Ein frisches Buffet hat auch Vorteile. Man kann sich individuell verträgliche Speisen selbst zusammenzustellen.
  13. Offen sein mit Freunden & Verwandten: Vor einem Treffen im Restaurant selbst ein passendes Lokal vorschlagen, das auf Bedürfnisse von Betroffenen mit Histamin-Intoleranz eingeht. Wer bei Freunden oder Familie eingeladen ist, ruft am besten vorher bei den Gastgebern an und klärt mit ihnen ab, was geht uns was nicht. Die ideale Lösung ist: zusammen kochen. So wird die Arbeit geteilt, Freunde und Verwandte sind mit den neuen „Regeln“ nicht überfordert und lernen sie besser kennen.
  14. Proviant für unterwegs: Auf der Arbeit oder auf Reisen immer sein eigenes Essen dabeihaben. Wer vorgekochtes Essen mitnehmen will, kann so die Histaminbildung verlangsamen: Essen nach dem Kochen abkühlen lassen (Deckel auf Topf lassen und rausstellen), danach luftdicht in der Dose verschließen und kühl lagern. Als histaminarme Snacks eignen sich: frisches Gemüse (Karottensticks, Paprika, Gurke), Obst (Äpfel, Pfirsiche, Trauben), selbstgebackenes Brot, ungeschwefelte Trockenfrüchte (Cranberrys, Aprikosen, Apfelchips), Reiswaffeln, Müsli mit Beerenjoghurt, Obst- und Gemüsesäfte (z.B. Apfel-, Trauben-, Möhrensaft), Bio-Tee (z.B. Pfefferminz-, Rooibos-Tee). Besonders lecker sind selbstgemachte Muffins, probiere doch mal unser blitzschnelles Muffins-Tassenrezept>
  15. Notfallhelfer: Auf alles zu verzichten, macht trotz der guten Vorbereitung keinen Spaß. Etwas Genuss sollte schon sein. Deshalb ist es ratsam, Notfallhelfer wie DAOSiN* und Antihistaminika immer im Gepäck zu haben. Damit lassen sich die Symptome einer Histamin-Intoleranz verringern oder vermeiden, wenn ausnahmsweise histaminreiche Speisen auf den Teller kommen. Vitamin C ist ein natürliches Antihistaminikum und beschleunigt den Histamin-Abbau.

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Checkliste mit Klemmbrett und Stift, Grafik / Illustration (histaminta.de)

Was kann ich im Restaurant essen mit Histamin-Intoleranz? (Liste)

Ganz wichtig ist natürlich, dass man selbst einen Überblick hat, welche Lebensmittel mit Histamin-Intoleranz problematisch sein können und welche eher gut vertragen werden. Gut geeignete Speisen im Restaurant bei Histamin-Intoleranz sind beispielsweise:

  • Frisches Fleisch kurz in der Pfanne gebraten oder vom Grill (am besten Hühnchen ohne Haut, Pute, Lamm oder Kalb)
  • Fangfrischer Fisch (vorher tiefgekühlt!) nur in ausgewählten Fischrestaurants
  • Junge/ungereifte Käsesorten: junger Gouda, Frischkäse, Butterkäse, Mascarpone, Mozzarella, Ricotta
  • Eier (Rührei, Spiegelei oder hart-/weichgekocht)
  • Gemüsebeilagen (ohne Soße): z.B. in Butter oder in Öl (Oliven-, Kokos- oder Rapsöl) gedünstete(r) Blumenkohl, Brokkoli, Karotten, Fenchel, Spargel, Chinakohl, Hokkaido-Kürbis, Süßkartoffeln oder gegrilltes Gemüse (Paprika, Zucchini, Rote Zwiebeln)
  • Kartoffelbeilagen: Salzkartoffeln, Pellkartoffeln, Bratkartoffeln (ohne Speck), Kartoffelpuffer, Kartoffelknödel oder Kartoffelbrei
  • Getreide-Beilagen: Reis, Mais, Dinkel, Quinoa, Amaranth, Hafer, Hirse
  • Teigwaren: Dinkel-, Mais-, Reisnudeln, hefefreies Roggenbrot, Mais-Reis-Knäckebrote, Reiswaffeln
  • Frischer Salat (ohne Soße, eigenes Dressing mitbringen!): alle Salatsorten außer Rucola und Tomaten, Rohkostsalate (z.B. mit Möhre, Apfel, Kohlrabi, Spitzkohl, Rote Beete, Sellerie, Radieschen)
  • Essig: Alkoholessig, Branntweinessig, Weingeistessig, Apfelessig, Essigessenz (Balsamico und Weinessige sind nicht verträglich!)
  • Frisches Obst: Äpfel, Pfirsiche, Trauben, Melonen (außer stark gespritzten Wassermelonen), dunkle Beeren, Litschi, Kaki, Kirschen, Kokosnüsse
  • Histaminsenkende Tees, z.B. Pfefferminz, Rooibos, Hibiskus, Kamille, Ingwer
  • Stilles Wasser (als natürliches Antihistaminikum)
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  • Milchersatz: Kokos- und Hanfdrinks (Reisdrink, Haferdrink und Dinkeldrink – individuell testen!)
  • 100%ige, frische, nicht zitrushaltige Obstsäfte (Apfelsaft, Traubensaft, Johannisbeersaft, Aprikosensaft, Kirschsaft)
  • 100%ige, frische, nicht tomaten- oder sauerkrauthaltige Gemüsesäfte (Möhrensaft, Rote Beete Saft)

Was sollte ich meiden im Restaurant mit Histamin-Intoleranz?

Auf Fertiggerichte, Konserven, Fastfood, geräucherte Fisch– und Fleischprodukte, Hartkäse, Zusatzstoffe, Softdrinks, Alkohol und Kaffee gilt es mit Histamin-Intoleranz grundsätzlich zu verzichten. Wer stark auf Gewürze reagiert, sollte bei der Bestellung darum bitten, dass die Speisen nur gesalzen werden.

Problematische Speisen im Restaurant mit Histamin-Intoleranz sind unter anderem:

  • Fleisch, das nicht mehr ganz frisch ist (vor allem Wild- und Schweinefleisch), Fleisch vom Vortag (auch wenn es direkt eingefroren wird!), Fleischextrakte, Fleischkonserven, Mariniertes, Innereien (Leber)
  • Abgehangene, geräucherte oder gepökelte Wurst (Salami, Landjäger, Mettwurst, Leberwurst, roher Schinken, Speck), Fleischkäse, Bratwurst, Hackfleisch, Dosenwurst, älterer Aufschnitt
  • Nicht fangfrischer bzw. nicht fangfrisch tiefgekühlter Fisch (besonders Thunfisch), geräucherte, gesalzene oder marinierte Fische (Bismarckhering, Räucherlachs), Meeresfrüchte/Schalen- und Krustentiere (Muscheln, Tintenfisch, Krabben, Shrimps), Dosenfisch, Sardellen
  • Käse (vor allem lang gereifte und fermentierte Sorten wie Emmentaler, Schmelzkäse, Parmesan, überreifer Camembert, Gorgonzola, Bergkäse, Harzer)
  • Bohnen und Hülsenfrüchte (Kichererbsen, Linsen, rote Bohnen, Sojabohnen sowie Produkte aus Soja wie Sojasoße, Tofu, Miso, Soja Lecithin)
  • Unverträgliche Gemüsesorten: Tomaten (und Produkte aus Tomaten), Rucola, Spinat, Aubergine, Avocado, Pilze (lang gelagert oder aufgewärmt)
  • Unverträgliche Obstsorten: Zitrusfrüchte (Zitronen, Orangen, Mandarinen, Grapefruit, Limetten) sowie Ananas, Bananen, Birnen, Erdbeeren, Himbeeren
  • Geschwefeltes Trockenobst
  • Eingelegte/konservierte Lebensmittel (auch Obst- und Gemüsekonserven wie Sauerkraut, Essiggurken, Rote Beete, Oliven, Dosenmais)
  • Fertiggerichte, Tütensuppen, Fischsoßen/industriell gefertigte Soßen, Konserven, Brotaufstriche
  • Hefeextrakt, Bouillon/Brühe mit Geschmacksverstärker, Gewürzmischungen, Zitronensäure, künstliche Zusatzstoffe
  • Chili und andere scharfe Gewürze (Curry, Pfeffer, Paprika Rosenscharf, Tabasco, Wasabi), Meerrettich
  • Sonnenblumen- und Walnussöl
  • Margarine, Schmalz, Talg
  • Balsamico, Rotweinessig, Weißweinessig
  • Ketchup, Mayonnaise, scharfer Senf
  • Süßstoffe (z.B. Aspartam, Saccharin, Erythrit), alle industriellen Süßigkeiten und Fertig-Desserts mit Konservierungs-/Farbstoffen (z.B. Kekse, Gummibärchen, Marshmallows, Lakritze oder Bonbons)
  • Die meisten Nüsse (Erdnüsse, Walnüsse, Cashews, Pekannüsse, Haselnüsse), Sonnenblumenkerne, Pinienkerne
  • Kakao, braune/dunkle Schokolade, Pralinen, Nougat, Marzipan, Sahnebonbons
  • Backwaren mit Zusatzstoffen, Fertigbackmischungen
  • Säfte mit unverträglichen Zutaten, z.B. Orangensaft, Ananas-, Multivitamin- oder Tomatensaft
  • Alkohol (insbesondere Hefeweizen-Bier, Rotwein, Sekt, Champagner, Punsch)
  • Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke (Schwarzer Tee, Grüner Tee, Energydrinks)
  • Sojamilch und Soja-Drinks

Hilfe bei Histamin-Intoleranz

Am besten ist natürlich der komplette Verzicht auf histaminhaltige Lebensmittel, um die Symptome maximal abzuschwächen. Doch im Alltag ist es nicht immer möglich. Für solche Situationen gibt es Medikamente, die Histamin im Körper abbauen oder dessen Freisetzung verhindern.

Zur Linderung von Symptomen können Antihistaminika, die es als Nasensprays, Tabletten oder Augentropfen gibt, eingenommen werden.

Für den Abbau von Histamin ist das Enzym Diaminoxidase (DAO) zuständig. DAO wird im Darm gebildet. Bei einer Histamin-Intoleranz reicht die Menge an DAO nicht aus. Nahrungsergänzungsmittel wie DAOSiN* enthalten dieses Enzym und helfen beim Abbau von Histamin.
Warum DAO einnehmen bei einer Histamin-Intoleranz? Erfahre mehr…

Bei einer Histamin-Intoleranz besteht ein Ungleichgewicht im Körper. Um dieses Gleichgewicht wieder herzustellen, ist es hilfreich, Mineralstoffe und Vitamine einzunehmen, die bei der Diaminoxidase mitwirken.