Zwiebeln bei Histamin-Intoleranz? [Ratgeber]

Zwiebeln sind als Grundzutat in der Küche wahre Alleskönner. Und auch Menschen mit Histamin-Intoleranz müssen dieses essentielle Lebensmittel nicht von ihrem Einkaufszettel streichen. Allerdings gibt es ein paar wichtige Dinge zu berücksichtigen.

Zwiebeln bei Histamin-Intoleranz? (histaminta.de)
Muss man mit Histamin-Intoleranz wirklich ganz auf Zwiebeln verzichten?

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Enthalten Zwiebeln Histamin?

Zwiebeln sind äußerst nahrhaft und gesund. Zudem sind sie vergleichsweise günstig und in der Küche vielseitig verwendbar. Aber wie ist es um ihren Histamin-Gehalt bestellt?

In den meisten Zwiebelsorten steckt wenig bis gar kein Histamin. Aber sie enthalten sogenannte Histaminliberatoren. Histaminliberatoren sorgen dafür, dass in Zellen gespeichertes Histamin freigesetzt wird. Dies gilt übrigens auch für Lauchgewächse wie Knoblauch, Lauch, Schnittlauch und Bärlauch.

Zu den Histaminliberatoren zählen z.B. auch Zitrusfrüchte, Ananas, Tomaten, Cashewkerne, Innereien, Schalentiere, Schokolade oder Alkohol. Diese Lebensmittel sollte man bei einer Histamin-Intoleranz möglichst meiden, wenn man sie schlecht verträgt.

Zwiebeln werden aber häufig bei einer Histamin-Intoleranz gar nicht so schlecht vertragen – solange man keine Berge davon verzehrt. Mit kleinen Mengen kann man also die eigene Toleranzgrenze vorsichtig austesten.

Lustige Zwiebel bei Histamin-Intoleranz, Illustration (histaminta.de)

Vor allem aber sollte man Zwiebeln nicht noch mit histaminhaltigen Speisen kombinieren. Also z.B. lieber eine Pizza Mozzarella mit Zwiebeln und einem Sugo aus frischen Paprika als eine „Pizza Salami“ mit Zwiebeln, pürierten Tomaten und altem Cheddar. Generell empfehlen wir – wie in der mediterranen Küche üblich – mit frischen Kräutern und frischem Gemüse zu kochen. Das ist nämlich ein Grund, warum unsere Nachbarn in den Mittelmeerländern die Histamin-Intoleranz in dem Umfang nicht kennen.

Es kommt nicht von ungefähr, dass Menschen mit Histamin-Intoleranz Zwiebeln oftmals besser vertragen als andere Speisen, die zu den Histaminliberatoren zählen. Denn Zwiebeln haben eine blutdrucksenkende Wirkung. Und frisch zubereitet, enthalten sie viele Nährstoffe, die wiederum der Histaminregulation dienen, etwa Quercetin und andere Polyphenole.

Welche Zwiebelsorten bei Histamin-Intoleranz?

Wer vom Zwiebelverzehr dennoch stärkere Symptome bekommt, muss keinesfalls auf die herzhafte Wunderknolle verzichten. Denn es gibt zwei Zwiebelsorten, die nicht zu den Histaminliberatoren zählen: Die besonders in Südeuropa beliebte Weiße Zwiebel sowie die Tropea Zwiebel. Weiße Zwiebeln sind an ihrer schneeweißen Schale zu erkennen. Die Tropea Zwiebel („Cipolla Rossa di Tropea Calabria“) hat eine kräftig dunkelrote bis weinrote Farbe und eine längliche, schlanke Form.

Weiße Zwiebeln und Tropea Zwiebeln lassen sind ohne Bedenken in eine histaminfreie Ernährung integrieren (histaminta.de)
Weiße Zwiebeln (links) und Tropea Zwiebeln gelten als gut verträgliche Zwiebelsorten bei Histamin-Intoleranz.

Sowohl die Weiße Zwiebel als auch die Tropea Zwiebel sind selten im heimischen Supermarkt zu finden, sondern eher in türkischen Gemüsegeschäften, Spezialitätenläden oder auf dem Wochenmarkt.

Zwiebeln schneiden ohne Tränen

Zwiebeln verfügen über eine eigene Biowaffe zum Schutz vor Wühlmäusen und Insekten. Wird die Knolle verletzt, kommen zwei Stoffe miteinander in Kontakt, die auch beim Zwiebeln schneiden für die Tränen verantwortlich sind: Isoalliin – eine schwefelhaltige Aminosäure, die chemisch mit dem Alliin aus dem Knoblauch verwandt ist – und das Enzym Alliinase. Das Isoalliin wird vom Enzym Alliinase abgebaut. Dadurch entsteht eine Säure, aus der sich wiederum das eigentliche Tränengas bildet. Dieses Gas ist für die Zwiebeln in der Natur der perfekte Fraßschutz. Wenn uns Menschen beim Zwiebeln schneiden die Tränen kommen, will der Körper auf diese Weise das Gas schnellstmöglich wieder ausschwemmen.

Diese 3 einfachen Tricks können helfen, den lästigen Tränenausbruch beim Zwiebeln schneiden zu mindern:

  1. Zwiebeln mit einem scharfen Messer schneiden, dadurch werden weniger Reizgase freigesetzt
  2. Schneidebrett vorher mit Wasser benetzen, das hemmt die Ausbreitung der Gase
  3. Zwiebeln am Abend vor der Zubereitung (allerdings nicht zur dauerhaften Lagerung) im Kühlschrank herunterkühlen lassen, so reduziert sich die Reaktionsgeschwindigkeit des verantwortlichen Enzyms Allinase

5 wichtige Tipps zu Zwiebeln bei Histamin-Intoleranz

  1. Zwiebeln können zwar die Histamin-Freisetzung begünstigen, Menschen mit einer Intoleranz müssen dennoch nicht verzichten, sondern sich nur im Falle von Symptomen etwas mit der Menge zurückhalten.
  2. Zwiebeln immer nur frisch kaufen möglichst schnell verarbeiten.
  3. Zwiebeln nicht mit stark histaminhaltigen Speisen kombinieren, da ansonsten das „Histamin-Fass“ schneller überlaufen kann.
  4. Weiße Zwiebeln und Tropea Zwiebeln lassen sich bedenkenlos in eine histaminfreie Ernährung integrieren.
  5. Eingelegte Zwiebeln enthalten durch die Konservierung mehr Histamin als frische und sollte daher gemieden werden.

Hier findest du Tipps für den eigenen Zwiebelanbau (Plantura Gartenmagazin).

Hilfe bei Histamin-Intoleranz

Am besten ist natürlich der komplette Verzicht auf histaminhaltige Lebensmittel, um die Symptome maximal abzuschwächen. Doch im Alltag ist es nicht immer möglich. Für solche Situationen gibt es Medikamente, die Histamin im Körper abbauen oder dessen Freisetzung verhindern.

Zur Linderung von Symptomen können Antihistaminika, die es als Nasensprays, Tabletten oder Augentropfen gibt, eingenommen werden.

Für den Abbau von Histamin ist das Enzym Diaminoxidase (DAO) zuständig. DAO wird im Darm gebildet. Bei einer Histamin-Intoleranz reicht die Menge an DAO nicht aus. Nahrungsergänzungsmittel wie DAOSiN* enthalten dieses Enzym und helfen beim Abbau von Histamin.
Warum DAO einnehmen bei einer Histamin-Intoleranz? Erfahre mehr…

Bei einer Histamin-Intoleranz besteht ein Ungleichgewicht im Körper. Um dieses Gleichgewicht wieder herzustellen, ist es hilfreich, Mineralstoffe und Vitamine einzunehmen, die bei der Diaminoxidase mitwirken.

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