Blähbauch bei Histamin-Intoleranz – was hilft?

Ein Blähbauch, Druckgefühl nach dem Essen oder starke Luft im Darm gehören bei vielen Betroffenen zu den häufigsten Beschwerden einer Histamin-Intoleranz. Oft reicht schon eine kleine Menge unverträglicher Lebensmittel aus, damit der Bauch spannt, rumort oder schmerzhaft anschwillt. Besonders unangenehm: Der Blähbauch tritt häufig zusammen mit Müdigkeit, Herzklopfen, Hautreaktionen oder Verdauungsproblemen auf. Zum Glück gibt es einige Maßnahmen, die schnell helfen und den Darm entlasten.

Frau hält sich den Bauch, vor ihr steht ein Teller mit Essen; Blähbauch bei Histamin-Intoleranz? (histaminta.de)
Ein aufgeblähter Bauch nach dem Essen ist eines der häufigsten Symptome einer Histamin-Intoleranz.

Zu „Wie kann man akute Symptome verringern?“ springen oder weiterlesen:

Warum entsteht ein Blähbauch bei Histamin-Intoleranz?

Histamin beeinflusst nicht nur Haut und Immunsystem, sondern auch den Magen-Darm-Trakt. Wird Histamin im Körper nicht ausreichend abgebaut, kann das zu Symptomen führen wie:

  • verlangsamter Verdauung
  • Reizungen der Darmschleimhaut
  • vermehrter Gasbildung
  • Darmkrämpfen
  • Völlegefühl

führen.

Zusätzlich reagieren viele Menschen mit Histamin-Intoleranz empfindlich auf bestimmte Zuckerarten oder schwer verdauliche Lebensmittel. Dadurch verstärken sich Blähungen oft noch weiter.

Typische Auslöser für Blähbauch bei Histamin-Intoleranz

Häufige Problem-Lebensmittel sind:

Auch große Mahlzeiten oder spätes Essen können Beschwerden verstärken.

Erste Hilfe bei Blähbauch durch Histamin

Wärme entspannt den Bauch. Wärme hilft vielen Betroffenen überraschend gut. Eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen entspannt die Darmmuskulatur und lindert Druckgefühl und Krämpfe.

Tipp: Die Wärme eher angenehm warm als zu heiß anwenden.

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Fenchel-, Kümmel- und Anistee trinken

Diese klassischen Bauch-Tees beruhigen den Darm und können die Gasbildung reduzieren.

Oft gut verträgliche Tees sind:

  • Fencheltee
  • Kümmeltee
  • Anistee
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Vorsicht bei stark aromatisierten Teemischungen – nicht jeder verträgt sie gleich gut.

Kleine Mahlzeiten statt großer Portionen

Ein überfüllter Magen verschlimmert die Beschwerden oft deutlich. Besser:

  • mehrere kleine Mahlzeiten
  • langsam essen
  • gründlich kauen
  • nicht hastig trinken

Dadurch wird der Darm weniger belastet.

Histaminarme Schonkost bevorzugen

Während akuter Beschwerden hilft häufig eine einfache, reizarme Ernährung.

Oft gut verträglich sind zum Beispiel:

Häufig hilft es, wenn neben einer histaminarmen Ernährung auch erstmal auf Zucker, glutenhaltige Produkte (vor allem Brot, Brötchen und Backwaren, Nudeln, Pizza, Teigwaren und Paniermehl, Weizen, Couscous und Bulgur, Dinkel, Grünkern, Gerste und Roggen), Milchprodukte und Eier verzichtet wird.

Besser meiden:

  • Alkohol
  • Kaffee
  • stark gewürzte Speisen
  • Fertigprodukte
  • sehr fettiges Essen

Bewegung kann helfen

Leichte Bewegung bringt den Darm oft wieder in Schwung. Schon hilfreich sein können:

  • ein kurzer Spaziergang
  • lockeres Dehnen
  • leichte Yoga-Übungen
  • entspanntes Gehen nach dem Essen

Direkt nach dem Essen intensiven Sport vermeiden.

Probiotika vorsichtig testen

Ein gestörtes Darmmikrobiom kann Blähungen zusätzlich fördern. Manche Betroffene profitieren von histaminarmen Probiotika.

Wichtig: Nicht jedes Probiotikum ist geeignet. Einige Bakterienstämme können Histamin sogar bilden und Beschwerden verschlechtern.

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Welche Medikamente helfen gegen Blähbauch?

Kurzfristig können Mittel gegen Blähungen hilfreich sein, beispielsweise:

  • Simeticon
  • Entschäumer
  • bestimmte Verdauungsenzyme

Aber viele dieser Produkte haben ungeeignete Bestandteile, die z.B. Histamin enthalten oder freisetzen können. Im Fall von Simeticon könnten Gelborange S (E110) und Azorubin (E122) problematisch sein, auch die enthaltene Rindergelatine verträgt nicht jeder. Dies gilt auch für die meisten anderen Arzneimittel.

Welche Zusatzstoffe und E-Nummern bei Histamin-Intoleranz problematisch sein können, erfährst du hier>

Mehr zum Thema Medikamente bei Histamin-Intoleranz kannst du hier nachlesen>

Auch DAO-Präparate werden von einigen Betroffenen vor problematischen Mahlzeiten eingesetzt:

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Medikamente sollten jedoch keine dauerhafte Lösung sein. Entscheidend bleibt die Ursache der Beschwerden.

Wann sollte man die Beschwerden ärztlich abklären lassen?

Ein gelegentlicher Blähbauch ist meist harmlos. Treten jedoch zusätzlich folgende Symptome auf, sollte ärztlich abgeklärt werden:

  • starke Schmerzen
  • Gewichtsverlust
  • Blut im Stuhl
  • dauerhafte Durchfälle
  • nächtliche Beschwerden
  • starke Unverträglichkeiten

Denn auch andere Erkrankungen wie Reizdarm, Fruktosemalabsorption oder Dünndarmfehlbesiedlung können ähnliche Symptome verursachen.

10 wichtige Tipps bei Blähbauch durch Histamin-Intoleranz

  1. Kleine Mahlzeiten sind oft besser verträglich als große Portionen
  2. Langsam essen und gründlich kauen entlastet den Darm
  3. Wärme kann Krämpfe und Druckgefühl lindern
  4. Stilles Wasser statt Kohlensäure trinken
  5. Histaminreiche Fertigprodukte möglichst meiden
  6. Fenchel-, Kümmel- oder Kamillentee beruhigen häufig den Bauch
  7. Spaziergänge nach dem Essen fördern die Verdauung
  8. Ernährungstagebuch führen, um persönliche Auslöser zu erkennen
  9. Probiotika nur vorsichtig testen – nicht alle sind histaminarm
  10. Frische Lebensmittel werden meist besser vertragen als lange gelagerte Speisen

Wie kann man akute Symptome einer Histamin-Intoleranz verringern?

Unter bestimmten Voraussetzungen ist die Histaminmenge im Körper so hoch, dass die Symptome überhandnehmen. Das können beispielsweise Herz-Kreislauf-Beschwerden sein, Durchfälle, starke Kopfschmerzen oder Erschöpfungs- und Müdigkeitszustände.

In diesem Fall braucht es einen Notfallplan, der schnell Linderung verschafft. Folgendes könnt Ihr tun:

  • Viel stilles Wasser trinken, weil Wasser ein natürliches Antihistaminikum ist.
  • Vitamin C als Pulver in Wasser gelöst einnehmen. So ist eine schnellere Aufnahme garantiert. Vitamin C unterstützt den Histaminabbau.
  • Ein Antihistaminikum einnehmen.

Wenn die Symptome nicht besser werden oder sich noch weiter verschlechtern, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden!

Die 13 wichtigsten Tipps bei einer Histamin-Intoleranz. Erfahre mehr…